Rumänien ist Europas am schnellsten wachsende Volkswirtschaft. Bild: Calin Stan / Shutterstock.com Rumänien ist Europas am schnellsten wachsende Volkswirtschaft. Bild: Calin Stan / Shutterstock.com

Rumänien im Aufwind

Marianne Schulze
Freie Journalistin

Die Konferenz “Cities of Tomorrow” in Bukarest gab Einblick in einen aufstrebenden Markt: Rumänien ist derzeit die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in Europa. Und es ist längst nicht mehr nur die Hauptstadt Bukarest, die ‚brummt’.

 

Inzwischen zeichnen sich auch Secondary Cities wie Cluj-Napoca, Timisoara, Brasov, Craiova, Iasi und Constantia durch ein sehr dynamisches Wachstum aus. Das war eine der Kernaussagen von Dr. Marcel Heroiu, Senior Urban Development Specialist bei der Weltbank und einer der Autoren des Reports “Magnet Cities: Migration and Commuting in Romania”. Er fasste die Ergebnisse des mehr als 400 Seiten umfassenden Reports auf der Konferenz “Cities of Tomorrow” zusammen, die – inzwischen zum sechsten Mal – Ende Februar von der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer organisiert wurde. Vor allem beim Thema Zuwanderung ist längst nicht mehr nur das Angebot an Arbeitsplätzen entscheidend, sondern auch die Attraktivität der jeweiligen Stadt. Hier hat sich in den letzten Jahren ein deutlicher Wandel vollzogen, der sich auch daran zeigt, dass vor allem gut ausgebildete Menschen inzwischen in Rumänien gut leben können.

 

Infrastruktur, Kultur, Ausbildung – es gibt noch viel zu tun

 

Allerdings bedarf es noch einiger Anstrengungen, um die Attraktivität der Städte weiter zu erhöhen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Transportinfrastruktur sowohl zwischen den wirtschaftlichen Kerngebieten als auch im Einzugsbereich der jeweiligen Stadt. Ebenso muss die Wohnraumerneuerung und die Sanierung von Wohnsiedlungen gefördert und die Erweiterung des kulturellen Angebots sowie der Ausbau von Grün- und Erholungsflächen vorangetrieben werden. Ganz entscheidend sind auch Investitionen in die Ausbildung. Es ist kein Wunder, dass die am stärksten wachsenden Städte in Rumänien zugleich Universitätsstädte sind.

 

Die Konferenz stand unter dem Motto „Reconversion & Revitalisation“, ein Thema, das in vielen rumänischen Städten ganz oben auf der Agenda steht. Dort wurden in kommunistischer Zeit große Industrieanlagen mehr oder weniger zentrumsnah angesiedelt und sind heute weitgehend brachgefallen. Wer hätte besser als Hans-Jürgen Best, Stadtdirektor und Planungsdezernent der Stadt Essen, zu diesem Thema sprechen können? Dabei beschränkte er sich nicht nur auf seine Stadt, sondern bezog auch die umliegenden Ruhrstädte mit ein und zeigte die unterschiedlichen Wege und Möglichkeiten einer „intelligenten Urbanisierung“ auf.

 

Ein wichtiger Bestandteil der Konferenz sind die Workshops am Nachmittag. Hier tauschen sich die Teilnehmer – die meisten von ihnen sind Stadtverantwortliche – in kleiner Runde aus, wobei das Spektrum der Themen von Energieeffizienz über die Finanzierung und EU-Mittel, Mobilität, Kreislaufwirtschaft, Tourismus, Baurecht, digitale Stadtverwaltung bis hin zum generellen Thema der Konferenz „Konversion und Revitalisierung“ reicht.

 

Rumänien auch auf der EXPO REAL präsent

 

Der Bedarf an Information und Austausch ist groß, die Teilnehmerzahl ist inzwischen auf rund 350 angestiegen. Nicht zuletzt ist die Veranstaltung eine überzeugende Werbung der AHK Rumänien für den rumänischen Gemeinschaftstand auf der EXPO REAL, wo sich die Städte präsentieren und erläutern können, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Rumänien ist einen zweiten Blick wert, denn es ist nicht nur als Investitionsstandort interessant, sondern zudem ein wunderschönes Land mit sehr freundlichen Menschen, das auch als Touristenziel viel zu bieten hat.

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