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Ein Blick ins Manufactum-Regal in Wien via Schwitzke GmbH Ein Blick ins Manufactum-Regal in Wien via Schwitzke GmbH

Klimawandel im Einzelhandel: Warum die Retail-Branche nicht um Nachhaltigkeit herumkommt

Markus Schwitzke, Geschäftsführer der Schwitzke Identity Design GmbH und Designer.
Markus Schwitzke
Geschäftsführer, Schwitzke Identity Design GmbH

Retail Stores sind Teil des Markenerlebnisses. Diese Erkenntnis ist nicht besonders neu, okay. Warum es für die Handels- und Immobilienbranche heute wichtiger denn je ist, eben diese zu verstehen und anzunehmen.

Der Store ist der Ort, an dem sich Mensch und Marke physisch begegnen, sich kennenlernen. Daher müssen sich Marken und Händler auch mit den Bedürfnissen von Menschen auseinandersetzen, in ihren Themen denken und agieren. Bei einem Großteil der Gesellschaft sorgt aktuell vor allem das Thema Nachhaltigkeit für Umdenken: Vegetarische Ernährung ist nur der Einstieg in einen ökologischeren Alltag, Bio-Produkte sind der neue Standard und die Mobilitätswende ist in manchen Garagen bereits jetzt schon angekommen.

 

Handel im Steinzeitalter der Nachhaltigkeit

 

Im Kontrast zum gesellschaftlichen Umbruch wirken Branchen wie der Einzelhandel heute teilweise wie Dinosaurier. Insbesondere die Modebranche steht in der Kritik wegen Überproduktion, fragwürdigen Produktionsbedingungen oder einer „too cheap to keep“-Mentalität: Wenn bei einem Stadtbummel eine Stunde Parken mehr kostet als ein T-Shirt – wie soll ein Kunde den echten Wert bemessen oder warum es reparieren statt ein neues zu kaufen? Eine Denkweise, die ihre Gegenbewegung geradezu erzwungen hat.

 

Change for Conscious Consumption

 

Menschen wollen heute mit gutem Gewissen konsumieren und alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich der Handel dafür ändern muss und wird. Kurzfristige Lippenbekenntnisse zur Nachhaltigkeit reichen allerdings für diese Umwälzung nicht aus. Händler und Marken müssen aus sich heraus agieren, um Haltung und Substanz zu entwickeln – als Basis für eine konsequent nachhaltige (Neu-)Ausrichtung. Das Thema muss als solches verstanden werden und selbstverständlich, von innen heraus gelebt werden. Bis hin zur Gestaltung und Umsetzung von Stores!

 

Der recycelte Store

 

Dazu muss die Qualität des Entwurfs und die Funktionalität des Ladens so gut sein, dass sie Bestand haben und Zeit wie Trends überdauern. Für die Gestaltung als auch den Ladenbau bedeutet das, Paramater wie Flexibilität, Neutralität und Bespielbarkeit sowie Wiederverwertbarkeit und -nutzbarkeit mit einzubeziehen. Es geht darum, nicht ständig Neues – und damit auch Müll – zu produzieren, sondern Dinge weiter zu verwenden, sie umzunutzen und vielleicht sogar auszuleihen.

 

Das grüne Morgen gestalten

 

Eine Thematik, die gerade erst begonnen hat – und bei der viele von uns noch am Anfang des Weges stehen. Als Firmengruppe, die Händler, Marken und Projektentwickler von der strategischen Ausrichtung über Design und Architektur bis hin zum schlüsselfertigen Objekt unterstützt, verstehen wir uns als Wegbegleiter. Wir wollen ausloten, wo die Branchen steht, was bereits jetzt in Sachen Nachhaltigkeit geht und welche Visionen das Morgen definieren. Dafür haben wir gemeinsam mit der EXPO REAL das Green Leap kreiert – eine interaktive Plattform während der Messe, zu der wir Experten einladen, die bereits inspirierende Schritte gemacht haben. Ein Diskussionsort, um sich auszutauschen, voranzubringen und die Zukunft der Handels- und Immobilienbranche aus einer neuen, nachhaltigen Perspektive zu betrachten. Let’s make the great green leap!

Ein Bonsai zwischen Büchern zum Thema Japan in der Buchhandlung Hugendubel, München. Foto via Schwitzke ID.

Blumen hängen von der Decke der Buchhandlung Hugendubel, München. Foto via Schwitzke ID.

Warendisplays in der Buchhandlung Hugendubel, München. Foto via Schwitzke ID.

Das Café im Wiener Manufactum-Warenhaus. Foto via Schwitzke ID.

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