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Der Nachwuchs in der Baubranche ist rar. Können ConTechs helfen? Bild: JP Wallet / Shutterstock. Der Nachwuchs in der Baubranche ist rar. Können ConTechs helfen? Bild: JP Wallet / Shutterstock.

Ist ConTech das neue PropTech?

Jens-Peter Schulz, RETechDACH
Jens Peter-Schulz
Geschäftsführer, Dresdner Real Estate Investment Holding & Vorsitzender, RETechDACH

Wir alle kennen PropTech und den Hype, der in den letzten Jahren darum entstanden ist. Einige von uns sehen diesen als so gut wie beendet an, dazu zähle ich mich nicht. Auch wenn die großen Player mittlerweile auf den Zug aufgesprungen sind und PropTech in der Immobilienbranche angekommen scheint, sehe ich immer noch starke Reserven. Mit Freude nehme ich daher das stetig steigende Interesse wahr, mit dem sich immer mehr Startups dem Thema widmen und dank der wachsenden Akzeptanz nun langsam in der Arbeitsphase ankommen. Nicht zuletzt die Initiative des Real Estate Innovation Forum der EXPO REAL trägt dazu bei, die vielversprechenden Ansätze voranzubringen.

 

Ob Neubau oder Sanierung – nur smart weiterhin handlungsfähig

 

Auf dem diesjährigen Real Estate Innovation Forum wird aber mit ConstructionTechnologie (ConTech) ein anderes Thema eine noch größere Rolle spielen. Ausgehend von einer wirtschaftlich notwendigen Betrachtung des gesamten Lebenszyklus einer Immobilie rückt ConTech automatisch in das Zentrum des Interesses. Die Baubranche boomt im gesamten Land, die Baukosten explodieren und Handwerker sind ausgebucht. Wir werden diese aber in Zukunft nicht nur im Neubau, sondern mehr denn je auch im Immobilienbestand brauchen. Wie wollen wir diesem Problem begegnen? Der Durchschnitt der momentan auf unseren Baustellen tätigen Handwerker ist über 50 Jahre alt und die meisten kaufen wir uns aus anderen Ländern zu. Wir sind also auf neue smarte Technologien im Neubau und der Sanierung angewiesen, um auch in Zukunft handlungsfähig zu sein. Oder irre ich mich und alle Jugendlichen wollen auf einmal Elektriker, Dachdecker oder Klempner werden?

 

Google, Amazon und Tesla machen es bereits vor

 

Aus meiner Sicht steht die Veränderung bereits vor der Tür. Die Frage ist nur, ob wir als Immobilienbranche das Thema ConTech in die Hand nehmen oder ob wir, wie beim Bankensektor geschehen, das Spielfeld anderen überlassen. Google, wework, Facebook, LinkedIn, Amazon und nicht zuletzt Tesla machen es in den USA bereits vor. Tesla zeigt beispielsweise wie Dächer und Häuser aussehen können, wenn man diese unter Berücksichtigung einer smarten Materialwahl, autarker Energiekonzepte und innovativer Technologien neu denkt. Andere Zukunftsthemen sind das modulare Bauen mit Vorfertigung, der 3D Druck von Beton, neue Verbundwerkstoffe wie Carbonbeton oder intelligente Verbindungstechniken.

 

Viele Initiativen bringen ConTech auf der Agenda nach oben

 

Als wir vor drei Jahren unseren Verband RETechDACH gründeten, war das damalige Buzzword PropTech noch nicht in aller Munde. Angeregt durch Gespräche mit einem meiner Vorbilder und Mentoren Bernd Heuer und Studien wie denen von Prof. Russo war uns damals eines schnell klar: Das Thema ConTech muss ganz oben auf die Agenda gesetzt werden. Unser Ziel war und ist es deshalb, innovativen Köpfen mit guten Ideen für den gesamten Lebenszyklus der Immobilie eine Plattform zu geben. Wir wollen das Heft des Handelns in die Hand nehmen und andere ziehen bereits mit. So gibt es viele spannende Verbände, Initiativen und Fachausschüsse, die sich in den letzten Jahren gegründet haben, um den Lebenszyklus und damit auch das Bauen selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Mir scheint der Zeitpunkt gekommen, das Thema ConTech zum „next big thing“ zu erklären.

In hohem Maßstab Zeit und Kosten senken

 

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auf neue Technologien und smarte Materialien in Zukunft nicht verzichten können. Sie ermöglichen nicht nur eine Entlastung der Handwerker und Bauarbeiter, sondern begünstigen auch den Einsatz weniger qualifizierter Arbeitskräfte. Im zukünftigen modularen Bauen können wir wesentliche Elemente vorfertigen, neue sichere Verbindungstechniken einsetzen und auf einfach geschulte Systemhandwerker zurückgreifen. Damit werden wir in großem Maßstab Zeit sparen und Kosten senken. Aus meiner Sicht sollte angesichts der explodierenden Baukosten der letzten Jahre spätestens dieser Aspekt auch den letzten hinter dem Ofen hervorlocken. Aber wie genau gehen wir das Thema jetzt an?

Meiner Meinung nach werden ConTech Startups die Entwicklung maßgeblich voranbringen und wir sollten sie dabei unterstützen. In meiner Vorstellung werden Projektentwickler in Zukunft die Lizenzen zur Verwendung einer Technologie oder eines Prozesses von Startups kaufen, die sonst eine Skalierbarkeit nicht umsetzen könnten. Große Bauunternehmen und Immobilienentwickler werden sich als Venture Capitalists an der Entwicklung der Startups beteiligen oder eigene firmeninterne Inkubatoren gründen, wie es in anderen Branchen beispielsweise die Konzerne SAP und BASF vormachen

 

Ich freue mich, mit Ihnen diese Themen auf der EXPO REAL zu diskutieren. Ich wage die steile These, dass der Neubau in 15 Jahren mit oder ohne uns anders und flexibler aussehen wird. Bleiben Sie neugierig und lassen Sie uns die neuen Startups im ConTech und PropTech Bereich unterstützen.

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