Hotelrezeption © Dmitry Kalinovsky/shutterstock.com

Hotelinvestment – die Ruhe vor dem Sturm

Harald Thomeczek
Fachredakteur Immobilien Zeitung

Der deutsche Investmentmarkt für Hotelimmobilien ist in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord geeilt. Nun zeigen sich erste Schwächetendenzen. Das liegt jedoch weniger am nachlassenden Interesse, sondern vor allem am mangelnden Angebot.

 

Etwa 5,2 Milliarden Euro wurden letztes Jahr inklusive Projektentwicklungen mit Hotels umgesetzt. Im ersten Halbjahr 2017 waren es vergleichsweise geringe 1,8 Milliarden Euro. Eingebrochen ist in den vergangenen sechs Monaten vor allem der Handel mit Hotelpaketen, dafür zog die Zahl der Einzeltransaktionen an. Das sehen die meisten Maklerhäuser insgesamt zwar als schwaches Ergebnis, sie sprechen aber gleichzeitig nur von einer „Verschnaufpause“.

Dass die Investmentzahlen in den kommenden Quartalen wieder nach oben zeigen werden, darin sind sich alle Makler einig. Bei CBRE geht man weiterhin von einer starken Nachfrage nach Projektentwicklungen aus, um den Mangel an Bestandsimmobilien zu kompensieren. Auch bei JLL sieht man keine Abkühlung, eher sei das Gegenteil der Fall, denn etliche neue Fonds seien vor kurzem aufgesetzt worden, um u.a. in Hotels zu investieren.

Ideale Rahmenbedingungen für den deutschen Hotelmarkt

Stellt sich die Frage, ob das Angebot mithalten kann. Nach einer Erhebung von Union Investment und bulwiengesa sind hierzulande aus der Sicht institutioneller Anleger immerhin Hotelimmobilien für 51 Milliarden Euro grundsätzlich investmentfähig. Dies bedeutet gegenüber 2015 ein Plus von 8,3 Prozent. Für diesen Anstieg und das erstmalige Knacken der 50- Milliarden-Euro-Marke macht bulwiengesa die rege Bautätigkeit verantwortlich, die zu einem Nettozuwachs der Zahl der Hotelbetten (inklusive Hotels garnis) von 0,7 Prozent geführt habe. Zudem habe sich bemerkbar gemacht, dass die Hotels im Schnitt besser ausgelastet waren und im Schnitt höhere Zimmerpreise erzielt wurden. Dies schlage sich in höheren Immobilienwerten nieder.

Beim Institut spricht man von idealen Rahmenbedingungen für den deutschen Hotelmarkt. Das Beherbergungsgewerbe in Deutschland habe 2016 das siebte Jahr in Folge Zuwächse bei der Zahl der Touristen verbucht, und zwar sowohl von Touristen aus dem In- als auch aus dem Ausland. Nach den Berechnungen der Analysten legten im vergangenen Jahr insbesondere die Marktwerte von Hotels in B-Städten zu. Das habe in erster Linie damit zu tun, dass immer mehr Hotels in Städten dieser Kategorie von Ketten betrieben werden. Dieses veranlasse eine zunehmende Zahl von Investoren dazu, solche Standorte ins Visier zu nehmen.

 

Das Hotel-Segment ist integraler Bestandteil der EXPO REAL

Auf der EXPO REAL haben sich zwei beständig wachsende Gemeinschaftsstände der internationalen Hotellerie etabliert: die „World of Hospitality“ und „The hotel lounge, organised by PKF hotelexperts“. Rund 50 Unternehmen werden dieses Jahr hier präsent sein werden.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website.

Profunde Einblicke in den Markt der Hotelimmobilien bietet zudem im Konferenzprogramm der „Hospitality Industry Dialogue“.

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