Glückliche Frau im Geldregen © shutterstock.com/pathdoc

Erfolgreich Gehaltsverhandlungen führen

Karrieretipps vom EXPO REAL CareerDay – Folge 3

 

Studenten, Absolventen und Young Professionals konnten auch in diesem Jahr auf dem EXPO REAL CareerDay am dritten Messetag intensive Eindrücke von Berufsfeldern und Karrieremöglichkeiten im Real-Estate-Sektor gewinnen. Eine Vortragsreihe gab Einblicke ins Recruiting speziell in der Immobilienwirtschaft. Die Teilnehmer erhielten Tipps zu Bewerbungsunterlagen, Gehaltsverhandlungen und Bewerbungsgesprächen. In unserer dreiteiligen Blog-Serie haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Den richtigen Ansatz für Gehaltverhandlungen zu finden ist nicht einfach. Inga Beyler, Geschäftsführerin der Bernd Heuer & Partner Human Resources GmbH, hat in ihrem CareerDay-Vortrag einige Tipps gegeben, wie man das Beste aus seinem Gehalt herausholen kann. 

 

Die eine Gehaltsformel gibt es nicht

Oft fällt es nach dem Studium schwer, eine realistische Einschätzung zu erhalten, wie viel man zum Einstieg verdienen kann. Die Folge? Übertriebene Gehaltswünsche der Generation Y. Um angemessene Forderungen stellen zu können, ist es notwendig, Benchmarks zu recherchieren und sich auf das Gespräch mit dem künftigen Arbeitgeber vorzubereiten. „Sprechen Sie mit Ihren Kommilitonen oder verschaffen Sie sich im Internet einen Eindruck über die in Ihrer Region und Branche üblichen Gehälter. Vernetzen Sie sich, um Mentoren zu finden und Gehälter zu vergleichen“, rät Beyler. Es gebe durchaus Unterschiede: So verdiene ein Investmentmanager mehr als ein Projektentwickler, oder ein Makler erhalte zwar ein geringeres Fixgehalt, werde jedoch mit einem variablen Anteil am Erfolg beteiligt. „Hier sollten Sie sich fragen, ob Sie mit einem unbestimmten Gehaltsanteil leben können oder ob Sie lieber auf Nummer sicher gehen wollen.“ In der Immobilienbranche sei nach dem Studium mit einem Einstiegsgehalt von 36.000 bis 50.000 Euro zu rechnen – abhängig von Qualifikation und Tätigkeit.

Die Höhe des Gehalts ist nicht alles

„Überlegen Sie sich, wo Sie hinmöchten“, rät Beyler, und fügt hinzu: „Diese Entscheidung sollte man nicht nur vom Gehalt abhängig machen.“ Vielmehr sollten Absolventen überlegen, ob ihre künftige Tätigkeit sie zufriedenstellen kann. „Möchten Sie schnell Verantwortung übernehmen? Sind Sie bereit, für eine überdurchschnittliche Karriere auch überdurchschnittliche Leistung zu erbringen? Auch am späten Abend oder Wochenende? Möchten Sie eventuelle Weiterbildungen oder sogar ein Zusatzstudium auf sich nehmen, um sich am Arbeitsmarkt stärker zu positionieren?“ Diese Fragen sollte jeder beantworten können, bevor er oder sie sich für einen neuen Job entscheidet, so Beyler.

Gehaltserhöhungen müssen verdient sein

Hat man erst einmal in der Branche Fuß gefasst, kommt schnell der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung auf, weiß die HR-Expertin. „Bereiten Sie sich angemessen vor, bevor Sie entsprechende Gespräche führen: Warum haben Sie eine Gehalterhöhung verdient? Sammeln Sie belegbare Argumente, um in die Verhandlung einzusteigen.“ Eine Gehalterhöhung zu fordern, ohne eine Leistung erbracht zu haben, die diese rechtfertigt, werde nicht zum Erfolg führen. „Beweisen Sie sich und geben Sie Gas. Zeigen Sie Ihrem Vorgesetzten, dass Sie mehr wert sind. Machen Sie sich allerdings klar: Die Immobilienbranche befindet sich zurzeit in einer sehr guten Phase. Doch es ist zu erwarten, dass auch diese guten Zeiten irgendwann einmal enden. Wenn Sie jetzt in der Blütezeit alles Mögliche hinauskitzeln, könnten Sie in einer schlechten Phase auch der Erste sein, der wieder gehen muss.“

Bei einem externen Positionsaufstieg gilt als Faustregel eine Gehaltssteigerung um circa 20 Prozent. Wenn schon in der Ausschreibung nach dem Gehaltswunsch gefragt wird, sollte man dies unbedingt beantworten, um nicht vorab durchs Raster zu fallen. Bei internen Beförderungen sei mit einer Steigerung von maximal zehn Prozent zu rechnen. Beyerle empfiehlt: „Stellen Sie beim Wunsch nach einer Beförderung klar, dass Sie in Ihrem Unternehmen bleiben wollen, und fragen Sie konkret nach, was Sie tun müssen, um die angestrebte Position zu erreichen.“

Gerade am Anfang einer Karriere sollte man nicht zu hoch stapeln, rät die Expertin. Sie empfiehlt ganz klar: „Keep it low.“ Dies bedeute nicht, sich unter Wert zu verkaufen. Vielmehr sei es wichtig, realistisch den eigenen Wert zu bestimmen. „Suchen Sie sich Ihren Beruf nach Ihren persönlichen Fähigkeiten und Präferenzen aus und zeigen Sie erst Leistung, bevor Sie Forderungen stellen.“ Dann stehe einem vielversprechenden Gehalt und einer erfolgreichen Karriere nichts mehr im Wege.

 

Erhalten Sie weitere Tipps in den Folgen 1 und 2: „10 Tipps für Ihre Bewerbungsunterlagen“ und „Das Bewerbungsgespräch: Die 10 häufigsten Fragen“.

 

Schreiben Sie einen Kommentar