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Miniaturhäuser auf Geldscheinen stehend mit Kran im Hintergrund Eine Bauoffensive ist nötig, damit Wohnen bezahlbar bleibt. Foto: Zephyr_p via Shutterstock

So bleibt Wohnen in Deutschland bezahlbar

Die Immobilienwirtschaft stand selten so sehr im Fokus der Öffentlichkeit wie aktuell. Doch leider überwiegen – insbesondere in Berlin – die Forderungen nach Enteignungen von Wohnungsgesellschaften. Dabei ist diese Scheindebatte auf dem Weg hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum kontraproduktiv und schadet letztlich den Mietern, den Nutzern und den Wohnungssuchenden. Was es stattdessen braucht: Eine wirkliche Bauoffensive, die mehr Wohnraum schafft.

Was dabei hilft, wären etwa schnellere Planungs- und Baugenehmigungsprozesse und die Verbesserung der baupolitischen Rahmenbedingungen. Jede unnötige Verzögerung von Prozessen entlang der Bau- und Planungsphase wirkt kostentreibend. Das erhöht dann die jeweiligen Kauf- und Mietpreise, die zu Beginn kalkuliert wurden.

 

Weniger Bürokratie, vom Stellplatz bis zum Hochhaus 

 

Der ZIA hat der Politik insgesamt 28 Vorschläge vorgelegt, wie das Planen und Bauen beschleunigt werden kann und die Kosten dadurch sinken. So würde schon eine einheitliche Bundesbauordnung dazu führen, dass die Entwickler keine 16 unterschiedliche Vorgaben für Stellplätze, Brandschutz und Abstandsregelungen in ihren Planungen berücksichtigen müssten. Auch die Digitalisierung der Verwaltung käme diesem Ziel entgegen. Eine digitale Bauakte etwa würde eine bessere Zusammenarbeit zwischen allen am Bauprozess beteiligten Akteuren von der Planung bis zur Bauabnahme ermöglichen. Zudem braucht es eine generelle Vereinfachung von Bauvorschriften. Im Jahr 1990 gab es in Deutschland rund 5.000 Bauvorschriften, heute sind es über 20.000.

Konkret schlagen wir beispielsweise die Einführung einer Muster-Hochhausrichtlinie vor. In Deutschland gibt es zwei Klassifikationen, das ist der Tradition geschuldet: Niedrige Gebäude, die über die Feuerwehrleiter erreicht werden, sind deutlich günstiger als hohe. Das ist nicht mehr zeitgemäß. In Österreich gibt es drei Stufen, daran sollten wir uns orientieren. So können wir weitere Potenziale durch den bezahlbaren Dachgeschossausbau und Aufstockungen erschließen.

 

Gegen-Steuern, von Grunderwerb bis AfA  

 

Die Preise werden auch durch die steuerlichen Rahmenbedingungen angekurbelt. Seit 2007 wurde die Grunderwerbsteuer von den Bundesländern insgesamt 26x erhöht. Das treibt Mieten ebenso sehr wie Kaufnebenkosten. Dieses Geld stützt zwar die Haushalte in Ländern und Kommunen. Doch es fehlt letztlich für Wohnungsbauprojekte und macht das Bauen teurer. Auch die Anhebung der lineare AfA – statt der praxisfernen Sonder-AfA – ist ein erprobtes, unbestrittenes und konjunkturunabhängiges Instrument, dass dem bezahlbaren Wohnen und Bauen guttun würde.

 

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