Großes Distributionslager © shutterstock.com/hacohob

Zukunft der Logistikimmobilie im Online-Zeitalter

Jens Tosse
Geschäftsführer der teamtosse GmbH

Wie verändert der Online-Handel die Logistikimmobilien in den Städten? Die zweite Logix-Studie zur „Zukunft der Logistikimmobilie und Standorte aus Nutzersicht“ stellt sechs Kernthesen auf – und die werden im „Let’s talk Logistics Forum“ intensiv diskutiert.

 

Das sich stark verändernde Konsumentenverhalten wird sich gravierend auf die Supply Chain zur Versorgung der Städte auswirken. Deshalb hat sich die zweite Logix-Studie „Zukunft der Logistikimmobilie und Standorte aus Nutzersicht“ zum Ziel gesetzt, die Diskussion darüber zu objektivieren und nachhaltige Trends zu begründen. Aus einer Vielzahl von Thesen haben die Autoren schließlich sechs Kernthesen herausgearbeitet. Über diese diskutieren auf der EXPO REAL unter dem Titel „Logistikimmobilie der Zukunft – Herausforderungen für Entwickler, Nutzer und Kommunen“ unter anderem Studienautor Prof. Dr. Christian Kille (Professor für Handelslogistik an der Hochschule Würzburg), Andreas Fleischer (Business Unit Director Northern Europe von SEGRO Germany und Vorstandsmitglied der Logix-Initiative), Jan Fiege (Mitglied der Geschäftsleitung der Fiege Logistik Stiftung) und Francisco Bähr (Geschäftsführender Gesellschafter von Four Parx).

These 1: City Logistik – auf die Plätze, fertig, los!

Der stadtnahe Flächenbedarf der Logistik nimmt vor allem durch das E-Commerce-Wachstum und damit verbundenen Lieferversprechen in hohem Maße zu. Dies wird mit steigenden rechtlichen Rahmenbedingungen und Umweltauflagen noch herausfordernder. Auch die Zahl an neuen logistischen Gebäudeformen wie Microdepots, Hybridobjekte oder Multi-Level-Anlagen an neuen Standorten in der Stadt wird deutlich zunehmen.

These 2: Imagewandel der Logistikwirtschaft als Akzeptanzverstärker

Der tägliche Umgang mit dem Thema E-Commerce verändert die Wahrnehmung der Logistikwirtschaft und damit die Akzeptanz in der Politik und Gesellschaft. Die Logistik hat sich vom „Schmuddelkind“ über die „Arbeitsbiene“ zum „Möglichmacher“ entwickelt und damit einen Imagewandel durchlebt.

These 3: Wirklich keine Flächen mehr!?

Die Zahl der für Logistik-Ansiedelungen verfügbaren Flächen nimmt ab, was die Entwickler zu Alternativen wie der Brownfield-Nutzung oder der Revitalisierung von Bestandsgebäuden in interessanten Lagen zwingt. Auch die Gebäudekonzepte werden durch den gestiegenen Leidensdruck innovativer, gerade in attraktiven Ballungsräumen bspw. durch Mischnutzungen und architektonisch anspruchsvolles Design.

These 4: Bei den Versprechungen der Digitalisierung bitte auf dem Teppich bleiben.

Drohne, 3D-Druck und selbst Industrie 4.0 werden weder die Logistikimmobilie noch Standorte maßgeblich verändern.

These 5: Automatisierung in der Höhe!

Die Gebäudehöhen von Logistikimmobilien werden mittel- bis langfristig steigen. Die Standortfaktoren Lohnkosten und Arbeitskräfteverfügbarkeit nehmen in ihrer Relevanz ab, während Automatisierungslösungen zunehmen. Dies kann auch in höheren Gebäuden geschehen.

These 6: Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Realität angekommen

Nachhaltigkeit wird auch weiterhin ein ökologischer Hygienefaktor, eine ökonomische Grundvoraussetzung und ein soziales Argument im Ansiedlungsprozess sein – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Wertvolle Links

Weitere Infos zur Diskussionsrunde „Logistikimmobilie der Zukunft – Herausforderungen für Entwickler, Nutzer und Kommunen“ im SPECIAL REAL ESTATE FORUM finden Sie hier.

Die vollständige Studie, die zusätzlich unterstützt wurde von Bayern LB, Flex Lighting Solutions, Group 7, PATRIZIA und SEGRO, steht, wie die 2016 erschienene Logix-Studie „Logistikimmobilien – Dreh- und Angelpunkte der Supply Chain“, kostenlos zum Download bereit.

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