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Wie viel Haus gibt es für wie viel Geld?

Christine Rose
Fachredakteurin Immobilien Zeitung

Wohnimmobilien sind erschwinglich, so die Sparda-Banken. Was bleibt, ist die Frage nach dem Anspruch.

Die Wohnungspreise sind in den vergangenen Jahren an vielen Orten Deutschlands gestiegen. Dennoch ist der Erwerb einer Immobilie für die meisten Erwerber „erschwinglich“, wie eine Studie der Sparda-Banken zeigt. Allerdings unterscheidet es sich je nach Standort beträchtlich, wie viel Fläche man für sein Geld bekommt.

Erschwinglich ist eine Immobilie, wenn sie so teuer ist, wie Deutsche durchschnittlich in den Bau oder Kauf der eigenen vier Wände investieren: also 242.000 Euro bzw. etwa sechs Jahreshaushaltseinkommen, netto. Dafür bekommt man im Schnitt 126 Quadratmeter. Macht also einen Preis von 1.920 Euro pro Quadratmeter.

Augenrollen in München und Hamburg

Käufer in München und Hamburg dürften bei diesen Zahlen ungläubig die Augen rollen. Und so heißt es auch in der Studie, dass es regional „beträchtliche Unterschiede“ gibt, wie viel Platz dieses erschwingliche Eigenheim bietet. In München sind es 44 Quadratmeter. In Hamburg gibt es dafür 70, in Frankfurt 72 und in Berlin knapp 100 Quadratmeter. Berücksichtigt sind alle 402 Kreise und kreisfreien Städte. Für die sieben Metropolen Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, München, Frankfurt und Stuttgart sowie die 63 kreisfreien Mittelstädte wurden Preise für Eigentumswohnungen herangezogen. Die Daten für die 292 Landkreise beruhen auf Eigenheimpreisen.

Wie groß der Unterschied sein kann, wenn es um den Begriff „erschwinglich“ geht, zeigt ein Blick auf die teuerste und die günstigste Ecke der Republik: Die teuerste ist noch nicht einmal die Stadt München, sondern der Landkreis München. Dort kostet ein Quadratmeter 5.862 Euro, eine erschwingliche Immobilie hat also 41 Quadratmeter. Am anderen Ende der Liste steht Stendal in Sachsen-Anhalt, wo man fürs gleiche Geld auf 299 Quadratmeter residieren kann.

Rund ein Viertel der Mieter zwischen 16 und 50 will kaufen

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass 26% der Mieter im Alter zwischen 16 und 50 Jahren Eigentum erwerben wollen – davon 8 Prozent in den kommenden zwei bis drei Jahren. Die Frage, ob Mieterhaushalte sich eine eigene Immobilie auch leisten können, wird so beantwortet: Bei einem mittleren Einkommen von netto gut 2.000 Euro erfülle etwa jeder dritte Haushalt die Eigenkapitalanforderungen. Bei mehr als 6.000 Euro Haushaltseinkommen seien es 80 Prozent.

Wer nicht kaufen will, nennt vor allem längerfristig finanzielle Risiken, darunter steigende Zinsen, als Grund. Zudem werden die hohen Immobilienpreise erwähnt. Tatsächlich sind dem „Wohnatlas 2017“ der Postbank zufolge in Großstädten zwischen 2012 und 2016 die Einkommen weit weniger stark nach oben gegangen als die Immobilienpreise. In Stuttgart geht die Schere demnach am weitesten auseinander: Hier soll das durchschnittliche verfügbare Jahresnettoeinkommen pro Einwohner in diesem Zeitraum um 2,5 Prozent auf 24.921 Euro gestiegen sein, der Immobilienpreis dagegen um 53,5 Prozent  auf 3.535 Euro pro Quadratmeter. Auch in Nürnberg hinkt die Steigerung der Einkommen (plus 3,6 Prozent) denen der Immobilienpreise (plus 38,5 Prozent) weit hinterher. Nur in Frankfurt hielten die Einkommen (plus 20,9 Prozent) in etwa Schritt mit dem Preisplus von 28,9 Prozent.

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