Wohnungspreise in Berlin und München könnten bald fallen. Foto: VOJTa Herout / Shutterstock.com Wohnungspreise in Berlin und München könnten bald fallen. Foto: VOJTa Herout / Shutterstock.com

Das Ende des Zyklus ist nahe

Nicolas Katzung
Nicolas Katzung
Chef vom Dienst, Immobilien Zeitung
Immobilien Zeitung Logo

Auf dem deutschen Wohnungsmarkt sieht es rosig aus. Der Preisauftrieb hält an. Doch die Vorboten für ein Ende dieses Aufschwungs sind da: In Berlin und München geht’s mit den Wohnungspreisen bald abwärts.

 

Preisrückgang wird prognostiziert

Vor einem Jahr schockierte Harald Simons die deutsche Immobilienszene mit seiner Prognose zum Wohnungsmarkt: Um bis zu einem Drittel könnten die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in einigen Metropolen in den kommenden fünf Jahren fallen. In Berlin sei sicherlich, in München wahrscheinlich und in Frankfurt und Hamburg möglicherweise mit einem Trendbruch bei den Kaufpreisen zu rechnen, schrieb der empirica-Vorstand im letztjährigen Frühjahrsgutachten der Immobilienwirtschaft.

Zu Preisrückgängen kam es im vergangenen Jahr jedoch nicht, der Auftrieb am Wohnungsmarkt hielt auch 2017 an. Mit einem Plus von im Schnitt 15,6% ging es ausgerechnet in Berlin mit den Wohnungspreisen besonders kräftig nach oben. Einen Widerspruch zu seiner These sieht Simons darin nicht. Schließlich habe er sich nicht darauf festgelegt, dass bereits 2017 sein Abwärtsszenario einsetzen werde. Eine Abkehr von seiner These kommt für ihn nicht infrage, im Gegenteil: „Die Prognose für Berlin und München halten wir aufrecht, zudem würden wir aus heutiger Sicht Stuttgart hinzunehmen und Hamburg eher rausnehmen“, schreibt er in der diesjährigen Ausgabe des Frühjahrsgutachtens Immobilienwirtschaft.

Wohnungsangebot vergrößert sich

Die aktuellen Preise ließen sich nur rechtfertigen, wenn die Erträge, also die Mieten, weiter steigen würden, wofür es jedoch keine Grundlage gebe. „Die Zeiten der stürmischen Entwicklung der Wohnungsnachfrage“ sind laut Simons zu Ende gegangen, während sich parallel die „stürmische Entwicklung des Wohnungsangebots“ fortsetzt und zum Teil sogar verstärkt. Insbesondere Berlin stehe vor einer „regelrechten Fertigungswelle“. Die zuletzt gemessenen Mietanstiege dürften sich daher beruhigen, Simons rechnet mit stagnierenden Neuvertragsmieten in Berlin, München und Stuttgart und vielleicht auch Frankfurt.

Von „preisstützenden Maßnahmen“ seitens der Politik, wie es die Koalitionäre aus CDU/CSU und SPD mit dem Baukindergeld und einem Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer vorsehen, hält Simons zumindest zum aktuellen Zeitpunkt nichts. Das würde nur den notwendigen Rückgang der Wohnungspreise verzögern und den Zyklus verlängern.

Schreiben Sie einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.