Blick auf ein Solardach © shutterstock.com/Ozgur Guvenc

Nachhaltige Immobilien bieten Renditechancen

Caroline Ludwig
Carolin Ludwig
Redakteurin von „Anlegen in Immobilien“

Es gibt gute Gründe, in einem Immobilienportfolio auf nachhaltige Objekte zu setzen. Studien zeigen, dass sie zum Renditevorteil werden können. Ein Gastbeitrag von Carolin Ludwig, Redakteurin von „Anlegen in Immobilien“.

 

Zunächst stechen bei nachhaltigen Immobilien allerdings meist die Faktoren ins Auge, die die Rendite drücken. So erfordern sie höhere Anfangsinvestitionen beim Bau und der Zertifizierung. Diese werden jedoch meist durch niedrigere Betriebskosten, etwa bei den Energieausgaben, mit der Zeit wieder ausgeglichen. Sie sind also nur ein Problem, wenn kurze Amortisationszeiträume im Mittelpunkt stehen. Bei einem langfristigen Investment sollten die Erträge mit der Zeit die zusätzlichen Kosten übersteigen.

Weniger Betriebskosten, mehr Zahlungsbereitschaft

Diese Annahme lässt sich auch wissenschaftlich belegen: In der „Metastudie: Nachhaltigkeit contra Rendite?“ aus dem Jahr 2016 hat sich Prof. Dr. Sven Bienert von der Universität Regensburg mit offenen Immobilienfonds befasst. Sein Ergebnis: Nachhaltige Eigenschaften von Immobilien können finanzielle Performance und Rendite eines Fondsportfolios verbessern. So würden nachhaltige Gebäude Vorteile durch geringere Bewirtschaftungskosten bieten. Außerdem sei die Zahlungsbereitschaft bei nachhaltigen Gebäuden größer. Es können also höhere Mieten und ein höherer Preis beim Wiederverkauf aufgerufen werden. Gleichzeitig sinke auch das Leerstandsrisiko, da nachhaltige Immobilien von Mietern zunehmend gesucht würden und sich grundsätzlich leichter vermieten ließen. Sie würden zudem vor allem Mieter mit hoher Bonität anziehen und die Mieterzufriedenheit sei generell höher. Für Immobilienfonds sind diese Faktoren nicht zu vernachlässigen, da Mietausfälle, Mieterwechsel und Fluktuationsleerstand dadurch abnehmen.

Schlüssel zu einer langfristigen Marktfähigkeit

Tatsächlich ist bereits ein Trend zu erkennen: „Die Bedeutung umweltfreundlicher Gebäudeeigenschaften hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, schrieb etwa LaSalle-Stratege Mahdi Mokrane im Rahmen der Veröffentlichung des Weißbuch „Nachhaltigkeit“ Ende Juli 2017. Er prognostizierte, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Immobilien weiter steigen werde. Portfoliomanager sollten dies nicht ignorieren, wenn ihre Fonds für Anleger attraktiv bleiben sollen.

Auch mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit eines Immobilienfonds könnte es sich lohnen, schon jetzt auf Nachhaltigkeit zu setzen. Denn aufgrund des Klimawandels dürften die gesetzlichen Vorgaben für Immobilien immer strenger werden. Objekte, die solche Anforderungen bereits jetzt (über-)erfüllen, sind daher zukunftssicherer und besitzen weniger operative Risiken. Eine nachhaltige Ausrichtung des Immobilienportfolios bringt also nicht nur Renditevorteile, sondern ist der Schlüssel zu einer langfristigen Marktfähigkeit.

EXPO REAL-Links zu Nachhaltigkeit

Blogbeitrag INTELLIGENT URBANIZATION FORUM – Lösungen für die Stadt der Zukunft

Im Konferenzprogramm:

Sanity instead of vanity

Reizwort Nachhaltigkeit, Hospitality Industry Dialogue

Schreiben Sie einen Kommentar