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Scrabble-Buchstaben bilden das Wort Brexit auf einer Europakarte. Der Brexit bedeutet Verluste, ist aber auf globaler Handelsebene nicht das größte Risiko. Foto: JJFarq via Shutterstock

Mit dem Brexit geht die Welt nicht unter

Yvo Postleb, Managing Director Germany, Cushman & Wakefield
Yvo Postleb
Managing Director Germany, Cushman & Wakefield

 

Der Brexit – nicht einmal Shakespeare hätte solch eine Tragödie oder Komödie verfassen können. Spätestens am 31. Oktober dieses Jahres will das Vereinigte Königreich die EU wirklich verlassen. Als Hoffnungsschimmer für einen Verbleib gelten die Ergebnisse der Europawahl. Laut der britischen Presseagentur Press Association verbuchten nämlich die Pro-Remain-Parteien 40,4 Prozent der Stimmen, die Pro-Brexit-Parteien 34,9 Prozent. Ein zweites Referendum wurde wiederholt erwägt. Im Brexit-Theater war und ist alles möglich. Ein Verbleib in der EU ist natürlich das Beste – wirtschaftlich gesehen und auch als Europäer. Ein Austritt bedeutet aber keine Weltuntergangsstimmung.

 

Brexit ist nicht größtes Risiko

 

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wird der jährliche Einkommensverlust nach dem Brexit im Vereinigten Königreich 57,3 Milliarden und in der EU 40,4 Milliarden Euro betragen. Für Unternehmen in der EU bedeutet dies also erst einmal finanzielle Einbußen – je nachdem, wie verwurzelt die Geschäfte im Vereinigten Königreich sind. Wir erzielen zum Beispiel einen Großteil der Umsätze in Großbritannien. Auf die unterschiedlichen Brexit-Szenarien sind wir bestens vorbereitet. Unter anderem verfügen wir bei Cushman & Wakefield über eine sehr stabile Infrastruktur. Der Brexit ist aber keineswegs das größte Risiko. Größere Gefahren lauern in einem weltweiten Handelskrieg, in der Konjunkturabschwächung Chinas und in globalen politischen Instabilitäten.

 

Pyrrhussieg für Frankfurt am Main

 

London gilt als Finanzplatz der EU. Bei einem harten Brexit verliert die dortige Finanzbranche den Zugang zum Europäischen Binnenmarkt. Als Nachfolger gelten unter anderem Dublin und Paris. Für die Hauptstadt Irlands spricht die Nähe zu Großbritannien. Die Vorteile von Paris liegen in einem sehr großen Markt und einem großartigen Image. Aber keine der genannten Städte kann mit Frankfurt am Main mithalten. Die Mainmetropole punktet unter anderem mit ihrem internationalen Flughafen, dem weltweit größten Internetknotenpunkt, hoher Lebensqualität und Weltoffenheit. Als härtester Wettbewerber gilt Amsterdam mit ähnlichen Vorzügen. Für die Geburtsstadt Goethes bedeutet die neue Rolle als Finanzplatz der EU: bis zu 8.000 neue Jobs und damit ein zusätzlicher Bedarf von bis zu 200.000 Quadratmetern Bürofläche. Es wäre für Frankfurt am Main ein Pyrrhussieg, den die Stadt selbst nicht erkauft hat, sondern die Brexiteers.

 

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