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Blick auf Sofa mit Tisch und Stehlampe vor dem Fenster eines Mikroapartments. Mikroapartments sind Investment-Trend – aber können sie langfristig als Lösung für den Wohnungsmangel bestehen?

Mikroapartments: Zeitgemäße Alternative im Kampf gegen Wohnungsmangel? 

Yvo Postleb, Managing Director Germany, Cushman & Wakefield
Yvo Postleb
Managing Director Germany, Cushman & Wakefield

Dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zufolge müssten im Zeitraum 2015 bis 2025 jährlich 360.000 Wohnungen gebaut werden. Bis dato wurde dieses Ziel verfehlt: 2018 verzeichnete das Statistische Bundesamt 287.352 fertiggestellte Wohnungen. Im letzten Jahr verabschiedete die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket. Dazu gehören unter anderem Steuerabschreibungen für den Bau und das Baukindergeld.

So sollen 1,5 Millionen bezahlbare Wohnungen entstehen. Doch diese Anzahl an Wohnungen wird nicht genügen. Denn Deutschlands Bevölkerung wächst und der Trend zu Ein-Personen-Haushalten nimmt zu. 2018 machte diese Kategorie bereits 42 Prozent aller Haushaltstypen aus. In einer von uns erstellten Studie zu Mikroapartments rechnen wir für 2035 mit 44 Prozent. Eine der Lösungen im Kampf gegen die Wohnungsnot können also Mikroapartments sein.

 

Mikroapartments sind flexibel und fördern die Gemeinschaft 

 

Mikroapartments entstanden aus einem Mix aus klassischen Studentenwohnheimen und dem eher traditionellen Wohnen auf Zeit. Sie sind bis zu 35 Quadratmeter groß und bieten Badezimmer sowie Küchenzeile. Üblicherweise wird eine All-in-Miete erhoben. Das heißt, alle Kosten, wie Betriebskosten, Strom, Möblierung, WLAN und teilweise auch Bettwäsche, werden abgedeckt. Vorhandene Gemeinschaftsräume und Eventküchen fördern die Gemeinschaft. Sollte beim Bau von Mikroapartments die Barrierefreiheit berücksichtigt werden, steht einer späteren unkomplizierten Umnutzung für ältere Mitmenschen nichts im Wege – in Anbetracht des demografischen Wandels ein wichtiger Aspekt.

 

Investoren einen Schritt voraus 

 

2018 verzeichneten wir in Deutschland bei Mikroapartments ein Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor belief sich die Summe noch auf 810 Millionen Euro. Nach Großbritannien ist Deutschland im europäischen Vergleich der Markt mit den höchsten Investitionen im Bereich dieses neuen Wohntrends. Die Investorenseite erkennt Mikroapartments also bereits als aufstrebendes Marktsegment. Auf der politischen Seite hingegen gibt es noch Nachholbedarf. So müssen unter anderem die mehr als 20.000 Bauvorschriften auf den Prüfstand, denn deren inhaltliche Anforderungen sorgen für immer höhere Baukosten. Die teilweise mit Vorurteilen behaftete Negativeinstellung gegenüber Vermietern, die teilweise in Enteignungsfantasien ihren Höhepunkt erreicht, muss zunächst ausgeräumt werden, um den Weg für neuen Wohnraum zu ebnen – egal, welcher Art.

 

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