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Stationärer Einzelhandel belebt die Innenstädte. Foto: posaphotography / shutterstock.com Stationärer Einzelhandel belebt die Innenstädte. Foto: posaphotography / shutterstock.com

Ladeneinzelhandel: unverzichtbar für das urbane Leben

Manuel Jahn
Manuel Jahn
Head of Business Development, Habona Invest

Mit zunehmender Digitalisierung verändern sich die Lebens- und Tagesabläufe der Menschen und damit deren Ansprüche an Raum und Zeit. Der Immobilienwirtschaft kommt eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Wandels zu. Sie setzt zahlreiche Projekte in enger Partnerschaft mit den lokalen Behörden und den Bürgern vor Ort um. Erfolgsprojekte aus dem Einzelhandelssegment sind das Thema eines neuen Buchs vom ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss mit dem Titel „Einzelhandel als Partner der Kommunen. Stadtentwicklung durch lebendige Marktplätze“.

Praxisbeispiele zu lokaler Zusammenarbeit

Das Buch stellt verschiedene Praxisbeispiele vor, darunter die von Unibail-Rodamco entwickelten Erlangen Arcaden und deren Einfluss auf die dortige Innenstadt, die Ansiedlung von DECATHLON an einem autobahnnahen Fachmarktstandort in Bielefeld-Sennestadt sowie die Repositionierung des Einkaufszentrums Förde Park durch MEC METRO-ECE Centermanagement und seine Integration in die gesamtstädtische Handelsflächenentwicklung von Flensburg. Weitere Beispiele sind die Mitwirkung von REWE an der Nahversorgung des Frankfurter Riedbergs und der Wiederaufbau des Braunschweiger Schlosses in Kombination mit der Realisierung der Schloss-Arkaden durch die ECE, ebenso der erste City-Store von IKEA in Hamburg und sein weltweit nachhaltigstes Einrichtungshaus in Kaarst.

Einzelhandel für Lebendigkeit der Städte unverzichtbar

Im Vordergrund der Praxisbeispiele stehen die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren sowie die Einbindung in städtische Einzelhandelsstrukturen. Sie zeigen den nachhaltigen Erfolg solcher partnerschaftlichen Projekte auf und geben weiteren Kommunen und Investoren eine Orientierung. Denn der stationäre Einzelhandel ist für die Lebendigkeit und die wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Städte unersetzbar. Er bildet das wichtigste Fundament für die Versorgung der Menschen in unserem Land und sorgt tatsächlich für lebendige und dynamische Marktplätze – nicht nur durch seine zahlreichen Arbeitskräfte. Und mit jährlich rund 466 Milliarden Euro liegt der Einzelhandelsumsatz deutlich über dem Distanzhandelsumsatz, der 55 Milliarden Euro aufweist.

Stationärer Handel gegenüber digitalen Marktplätzen regulatorisch schlechter gestellt

Angesichts der hohen wirtschaftlichen und infrastrukturellen Bedeutung ist es verwunderlich, dass der stationäre Einzelhandel gegenüber den Entwicklungsmöglichkeiten digitaler Marktplätze regulatorisch häufig schlechter gestellt ist. Die Entwicklung, Erweiterung oder Modernisierung von Einzelhandelsflächen dauert an vielen Stellen deutlich länger – Stichworte hier sind: langwierige Planungs- und Genehmigungsprozesse, starre Ladenöffnungszeiten, Sortimentsbeschränkungen oder Verkaufsflächenbegrenzungen.
Dabei schätzen die Menschen den Wert des stationären Ladengeschäfts grundsätzlich hoch ein: So bevorzugt laut einer forsa-Umfrage, ebenfalls im Auftrag des ZIA, eine deutliche Mehrheit der Kunden in Deutschland weiterhin den stationären Einzelhandel, da sie Produkte lieber vor Ort testen und begutachten und nicht auf die persönliche Beratung verzichten wollen.

Der ZIA leistet mit seinem Buch einen wichtigen Beitrag dafür, die Wertschätzung des stationären Einzelhandels zu fördern. Und so hat man nach dem Lesen viele Eindrücke gewonnen, wie die Stadt gestärkt wird, wenn der Handel erfolgreich ist und Projekte in enger Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren umgesetzt werden.

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