Die Hotelbranche in Europa boomt. Foto: Rommel Canlas / Shutterstock. Die Hotelbranche in Europa boomt. Foto: Rommel Canlas / Shutterstock.

Hotelinvestments – es muss nicht immer die Schlossallee sein

Stephanie von Keudell
Stephanie von Keudell
freie Journalistin

Der europäische Hotelmarkt boomt, und zwar auf allen Ebenen: Sowohl die Übernachtungszahlen als auch der Zuspruch durch private und institutionelle Investoren zeigen stabil nach oben.

 

Zimmerauslastung und –erlös steigt – vor allem Osteuropa profitiert

Zunehmende globale Risiken lassen die Nachfrage nach innereuropäischen Reisezielen wachsen – die Zahl der Reisenden ist in Europa 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 671 Millionen gestiegen, haben die Experten der Engel & Völkers Hotel Consulting GmbH ermittelt. Weltweit ist die Nachfrage im letzten Jahr nur um 2 Prozent gewachsen.

Dieser Boom des Tourismus-Sektors resultiert in einer erfreulichen Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in der Hotellerie: Die durchschnittliche Zimmerauslastung in europäischen Hotels ist laut Engel & Völkers auf 72 Prozent, der durchschnittlich erzielbare Zimmerpreis auf 111 Euro gestiegen. Der RevPAR (Revenue Per Available Room oder Erlös pro verfügbarem Zimmer) stieg in Osteuropa mit 10,8 Prozent am stärksten, in Gesamteuropa um 5,6 Prozent.

 

Angebotsknappheit führt zu Investitionen in B- und C-Standorte

So gute Aussichten locken Investoren, und deshalb steigen die Preise für Hotelimmobilien. Was bei Wohnimmobilien bereits seit Jahren zu beobachten ist, zeigt sich jetzt auch auf dem Hotelmarkt: Hotelbetreiber und Investoren weichen auf B- und vereinzelt sogar auf C-Standorte aus, hat der Immobiliendienstleister Christie + Co. beobachtet. „Hotelimmobilien haben sich als Asset-Klasse etabliert und sind auf Grund des noch bestehenden Renditevorsprungs der derzeitige Investorenliebling. Die zunehmende Angebotsknappheit in den Core-Märkten führt neben der steigenden Renditekompression dazu, dass auch verstärkt B-Standorte in den Fokus rücken“, erklärt Andreas Ewald, geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Hotel Consulting GmbH. „Entscheidend ist es, die Makro- und die Mikrolage bis hin zur einzelnen Straße genau zu analysieren, damit auch schwächere Phasen überstanden werden.“ Dies gilt umso mehr für Investitionen in B-Standorten, doch auch hier bevorzugen die Profis vielfach eine A-Lage am B-Standort vor einer B-Lage am A-Standort. Dabei muss das Hotelkonzept zur Lage und zum Standort passen: Das Schlosshotel in der Badstraße wird kaum Renditeträume wahr werden lassen, da bleibt dann nur die Hoffnung auf den „Bankirrtum zu Ihren Gunsten“.

Schreiben Sie einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.