Gruppe von jungen Menschen, die ein Bürostuhlrennen veranstalten. © shutterstock.com/g-stockstudio

Haben Sie schon einen Chief Happiness Officer?

Lars Wiederhold
Lars Wiederhold
Fachredakteur der Immobilien Zeitung

Deutsche Büroarbeitskräfte stellen eher klassische Anforderungen an den Arbeitsplatz. Doch mit den nachfolgenden Generationen entstehen andere Bedürfnisse. Sie erstrecken sich von der technischen Infrastruktur bis hin zu einem Chief Happiness Officer.

 

Konzentriert arbeiten zu können, ist den hiesigen Bürokräften wichtiger als ihren Kollegen in anderen Ländern, hat JLL in einer auf der EXPO REAL vorgestellten Studie herausgefunden. Gleichzeitig glauben aber nur 49 Prozent der Befragten, an ihrem derzeitigen Büroarbeitsplatz auch wirklich effektiv zu sein.

Deutsche scheuen neue Arbeitsplatzmodelle

Auffällig ist in Deutschland die Scheu, sich auf neue Arbeitsplatzmodelle einzulassen. 83 Prozent, und damit ganze 28 Prozentpunkte mehr als der internationale Durchschnitt, arbeiten derzeit in geschlossenen Büros. 44 Prozent wären nicht bereit, ihr Zimmer gegen einen Platz in einem Großraumbüro einzutauschen, selbst wenn es sich dabei um eine innovative Fläche handelt. Diese Verbundenheit drückt sich auch darin aus, dass die Befragten 72 Prozent ihrer Arbeitszeit am eigenen Arbeitsplatz verbringen. Nur 26 Prozent der Befragten arbeiten teilweise in sogenannten dritten Flächen wie z.B. Internet-Cafés oder Coworking Spaces. Das sogenannte Hot Desking, bei dem ein Arbeitsplatz je nach Uhrzeit verschiedenen Mitarbeitern zur Verfügung steht, finden nur fünf Prozent der befragten Deutschen gut.

Das Festhalten am Althergebrachten hat historische Gründe, glaubt man bei JLL, denn in Deutschland sei das geschlossene Büro etablierter als in vielen anderen Ländern. Mit Blick auf jüngere Generationen sollten herkömmliche Bürokonzepte jedoch überdacht werden, denn heute wird von diesen mehr projektbezogen und in Teams gearbeitet. Die neuen Wege der Zusammenarbeit stellen aber besondere Anforderungen an die technische Infrastruktur der Bürogebäude, so dass z.B. Videokonferenzen möglich sind. Dass man sich überall im Gebäude mobil einloggen kann, gehört ebenfalls zu den Selbstverständlichkeiten.

Schlafraum fördert Gesundheit

Noch mehr als um solche technischen Errungenschaften gehe es aber um das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Ein Schlafraum für kürzere Pausen könne helfen, den Krankenstand zu verringern. 83 Prozent der Befragten fanden es eine gute bis sehr gute Idee, einen Chief Happiness Officer einzustellen, der sich speziell um die Atmosphäre im Unternehmen kümmert.

Beim Thema Wohlbefinden setzt auch der Multidienstleister Sodexo in einer weiteren Studie, die auf der Messe präsentiert worden ist, an. Es sei sinnvoll, auf die zunehmende Vermischung von Arbeitszeit und Freizeit zu reagieren. Im Wettbewerb um die besten Köpfe sei der „Arbeitsplatz 4.0“ ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Nach der Studie des Unternehmens sind Verpflegungsangebote die gefragtesten Zusatzleistungen für die Arbeitskräfte. Ebenfalls stark nachgefragt werden Gesundheitsangebote wie z.B. ergonomische Möbel oder ärztliche Untersuchungen. Etwas weniger im Fokus stehen für die Mitarbeiter Sportangebote. Viel bewegen könne man z.B. mit Konzepten zur Kinderbetreuung in der Firmenimmobilie oder in deren Nachbarschaft.

 

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