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Der Klimawandel verändert das Umweltbewusstsein der Gesellschaft – und damit die Immobilienbranche der Zukunft. Foto: Rawpixel / Shutterstock Der Klimawandel verändert das Umweltbewusstsein der Gesellschaft – und damit die Immobilienbranche der Zukunft. Foto: Rawpixel / Shutterstock

Drei Kernthemen der Zukunft, auf die die Immobilienbranche sich jetzt einstellen muss

Technologie wird zweifellos einen großen Einfluss auf die Art und Weise haben, wie Immobilienfachleute in den kommenden zehn Jahren ihre tägliche Arbeit verrichten.

In Verbindung mit dem gesellschaftlichen Wandel bedeutet dies, dass sich die Immobilienwirtschaft als Branche mit völlig neuen Disziplinen auseinandersetzen und ihre bestehenden Arbeitsabläufe ändern muss. Hier sind drei neue Bereiche, über die es in diesem Kontext nachzudenken gilt.

 

Ethische Entscheidungsfindung

 

Der technologische und gesellschaftliche Wandel wird neue Bereiche eröffnen, die der Immobilienbranche eine völlig neue Denkweise abverlangen. Nehmen wir das Internet der Dinge, die Welt der vernetzten Sensoren, die es Gebäuden ermöglichen wird, Terabyte an Daten zu erzeugen.

„Gebäude werden immer mehr Daten erzeugen und wissen, wo sich Menschen in einem Gebäude befinden“, sagte der Gründer von Alpha Property Insight, Dan Hughes. „Das stellt uns vor die ethische Frage: Wem gehören diese Daten und wie können sie genutzt werden? Facebook hat die Frage der Datenerhebung aufgeworfen – wofür sie genutzt werden sollte und wofür nicht. Im Moment ist sie juristisch sehr dehnbar auszulegen, was zu Problemen führt. Richtlinien und Verordnungen können nur schwer mit der Technologie Schritt halten, sodass Immobilienfachleute ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen.“

 

CO2-Bilanzierung

 

Trotz der Tatsache, dass auf Gebäude rund 40 Prozent aller CO2-Emissionen entfallen, konnte die Immobilienwirtschaft bislang jeglicher genaueren Überprüfung ihrer Praktiken entgehen. Doch das könnte sich sehr schnell ändern, und die Immobilienbranche verfügt nicht unbedingt über die nötigen Fähigkeiten, um schnell zu reagieren.

„Junge Menschen von heute wissen, dass das wichtig ist, und Einstellungen ändern sich“, sagte Juliette Morgan, Head of Campus bei British Land. „Sehen Sie sich nur einmal an, wie sich die Einstellung der Menschen zu Kunststoffen verändert. Die Immobilienbranche muss sich dafür entscheiden, in diese Dinge zu investieren, besitzt aber nicht unbedingt die richtigen Fähigkeiten oder die richtige Denkweise, wenn es um die CO2-Bilanzierung und die Zukunftssicherheit von Gebäuden geht.“

Es gibt zwei Arten der CO2-Bilanzierung: die physische CO2-Bilanzierung, die sich mit der Quantifizierung der physischen CO2-Mengen befasst, die in die Atmosphäre freigesetzt werden, und die finanzielle CO2-Bilanzierung, bei der es darum geht, dem Kohlenstoff einen Finanzmarktwert zu geben.

Berichte wie jener, der kürzlich vom International Panel on Climate Change veröffentlicht wurde, zeigen, dass die angestrebte Senkung der globalen Temperaturen die Verknüpfung beider Elemente umfasst – die Reduzierung der Emissionen durch eine deutliche Erhöhung der CO2-Steuern weltweit. In diesem Zusammenhang muss die Immobilienbranche die Kosten ihres Beitrags zu den weltweiten Emissionen richtig erfassen.

Morgan nahm an einem Online-Kurs teil, um das Thema besser zu verstehen. „Ich war der Ansicht, dass ich besser informiert sein musste, um bessere Entscheidungen treffen zu können“, sagte sie. „Wenn wir Entscheidungen über Gebäude treffen, die Auswirkungen auf die nächsten 50 oder 60 Jahre haben, dann müssen wir besser informiert sein.“

 

Gesellschaftliche Auswirkungen und gesundheitliche Folgen

 

So wie die Auswirkungen der Immobilienbranche auf den Klimawandel zunehmend unter die Lupe genommen werden könnten, könnte auch eine genauere Betrachtung der gesellschaftlichen Auswirkungen von Gebäuden und Bauprojekten erfolgen.

Bauunternehmer erstellen bereits Gutachten über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen, in denen die Vorteile großer Bauprojekte und der Unternehmen insgesamt herausgestellt werden. Aber die Gesellschaft als Ganzes wird wahrscheinlich anfangen, genau hinzuschauen und die Dinge gründlich zu untersuchen. Und dies könnte zu Veränderungen der Kriterien führen, nach denen Immobilien bewertet werden.

„Die Finanzierung der Branche basiert auf Erträgen und Kapitalzuwachs. Aber wir müssen anfangen, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln und Kennzahlen zu berücksichtigen, die über GBP/SF hinausgehen“, sagte Josh Artus, der Director of Consultancy von Centric Lab.

„Viele Bauunternehmer erhalten erhebliche Steuervergünstigungen, und die Leute werden irgendwann fragen, was sie damit machen. Gesellschaften und Regierungen werden sich damit befassen, welchen Nutzen die Bauprojekte für die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verringerung von Fettleibigkeit oder Belange der psychischen Gesundheit haben. Wenn Bauprojekte mit gewissen Kosten verbunden sind, aber für den National Health Service NHS über einen Zeitraum von 20 Jahren erhebliche Einsparungen bedeuten können, dann müssen wir anfangen, ihren Wert auf andere Weise zu berechnen.“

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