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Die Assetklasse Studentenwohnen ist auf dem Vormarsch

Peter Dietz
Peter Dietz
Fachredakteur Immobilien Zeitung

Die Zahl der Städte mit rückläufigen Studierendenzahlen wird künftig zunehmen. Dennoch werden Anleger in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro in Studentenwohnungen investieren. Die Kapitalgeber hoffen, von steigenden Mieten zu profitieren.

 

Mit rund 2,8 Millionen eingeschriebenen Studenten haben Deutschlands Hochschulen zum Wintersemester 2016/2017 die neunte Höchstmarke in Folge verzeichnet. Mit 1,8 Prozent aber war es die niedrigste Zuwachsrate seit zehn Jahren. Laut den Beratern von Savills ist dies die Trendwende und künftig nicht mehr mit einem Anstieg der absoluten Zahlen zu rechnen.

Milliardengrenze bei Transaktionsvolumen so gut wie geknackt?

Wohnraum für Studierende bleibt dennoch knapp. Vor allem erschwingliche Fläche ist ein rares Gut. 2006 standen den rund 1,1 Millionen angehenden Akademikern etwa 1,7 Millionen Wohneinheiten in den 30 größten Hochschulstandorten Deutschlands gegenüber. Zehn Jahre später konkurrierten rund 1,5 Millionen Studierende um 1,1 Millionen bezahlbare Wohnungen. Gleichzeitig bleibt die Versorgungsquote durch öffentliche und private Wohnheimplätze in den analysierten Städten auf einem geringen Niveau. Die Folge sind steigende Mieten, wodurch mehr und mehr Investoren von der Assetklasse Studentenwohnen angelockt werden.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland Studentenwohnanlagen für fast eine Dreiviertelmilliarde Euro gehandelt, das war mehr als das Transaktionsvolumen der Jahre 2009 bis 2015 zusammen. In diesem Jahr könnte die Milliardengrenze geknackt werden. Das aber wird die Lage am studentischen Wohnungsmarkt kaum entlasten, denn die privaten Träger und Betreiber konzentrieren sich vornehmlich auf das hochpreisige Segment. Etwa die Hälfte der bislang existierenden Wohnangebote fordert All-in-Mieten von mindestens 450 Euro pro Monat. Die öffentlichen Studentenwerke bieten schon wegen ihres gesetzlichen Auftrags günstige Zimmer bis maximal 350 Euro pro Monat an.

Potenzial vor allem in der mittleren Preisliga

Die Privaten haben im Gegensatz zu den Öffentlichen eine breitere Zielgruppe, die die hohen Preise auch zahlen kann. Neben Studenten mieten sich zunehmend Pendler, Young Professionals und Projektarbeiter in den modernen Wohnanlagen ein, da kleine Einheiten auf dem Wohnungsmarkt knapp sind. Bei Savills hält man die Ausweitung der Zielgruppen auf Berufstätige, die eine höhere Zahlungsbereitschaft haben, für folgerichtig. Denn damit hätten die Betreiber auch in Städten mit abnehmenden Studierendenzahlen ausreichend Nachfrage. Eine Lücke gibt es indes beim Angebot in der mittleren Preisliga; dort ist also noch Potenzial zu heben.

 

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