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Zwei junge Frauen unterhalten sich angeregt beim Expo Real CareerDay 2018 Brancheneinblicke für den optimalen Start in die Immobilienkarriere beim EXPO REAL CareerDay 2018.

Das erwarten Recruiter von Bewerbern beim EXPO REAL CareerDay 2019

Mike Schrottke & Monika Ulmer
Mike Schrottke / Monika Ulmer
Head of HR, CBRE Germany / Inhaberin, MONIKA ULMER Real Estate Recruitment

Der EXPO REAL CareerDay bietet Bewerbern die Chance, Branchenluft zu schnuppern, sich zu vernetzen und sogar den ersten Job zu sichern.

Hier berichten zwei Recruiter, was Bewerber mitbringen müssen, welche Fähigkeiten wichtiger sind als der richtige Studienabschluss, und was sie von ihrem ersten Immobilienjob erwarten können.

 

Nachwuchsgewinnung – warum der Homeoffice-Tag die Betriebsrente schlägt

 

Mike Schrottke

Head of HR, CBRE Germany

 

Vor 30 Jahren war die Immobilienbranche relativ überschaubar: Vermittler kümmerten sich um die Transaktion, Verwalter um die laufenden Prozesse sowie um die Buchhaltung. Und wenn die Klimaanlage im Gebäude ausgetauscht werden musste, trat der Techniker auf den Plan.

Kein Vergleich zur heutigen Situation. Die Akteure der Immobilienwirtschaft sind inzwischen nicht nur international, sondern auch interdisziplinär vernetzt. Die Wertschöpfungskette ist ausdifferenzierter denn je, und nicht zuletzt die digitale Revolution hat dafür gesorgt, dass stetig neue Jobprofile mit kaufmännischen, technischen oder Management-Schwerpunkten entstehen. Alle Bereiche haben jedoch eines gemein: den inzwischen chronischen Fachkräftemangel.

 

Neue Chancen, neue Aufgaben

 

Die wachsende Ausdifferenzierung und Professionalisierung der Immobilienbranche zieht sowohl Chancen als auch Aufgaben im Hinblick auf die Nachwuchsfrage mit sich. Immobilienunternehmen bieten nachhaltige Arbeitsplätze in einem Wachstumssegment, zudem halten sie zahlreiche Austauschprogramme im In- und Ausland sowie andere Weiterbildungschancen bereit. Die Immobilienbranche als Arbeitgeber ist also zweifellos in den vergangenen Jahren attraktiver geworden. Auch aus monetären Gründen. Gleichzeitig müssen immer häufiger Stellen besetzt werden, bei denen Immobilienunternehmen mit benachbarten Branchen konkurrieren. Für einen interdisziplinären Dienstleistungs- und Beratungsansatz braucht es beispielsweise Experten aus dem Consulting-Segment; ein frischgebackener Bauingenieur kann sich aussuchen, ob er für einen Generalunternehmer oder aber in der Projektmanagement-Sparte eines Immobiliendienstleisters arbeiten will.

Um Arbeitnehmer zu gewinnen, müssen Immobilienunternehmen neben den inzwischen gängigen Incentives unbedingt auch Perspektiven zur beruflichen Weiterentwicklung und vor allem eine angenehme Arbeitsatmosphäre bieten. Die Maßnahmen, die der Arbeitgeber hierfür wählt, sollten auf das Hier und Jetzt ausgerichtet sein, anstatt auf einen Punkt in ferner Zukunft: Zeitgemäße, digitale Prozesse sowie eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten mit einem Homeoffice-Tag pro Woche motivieren gerade junge Mitarbeiter in vielen Fällen stärker als die betriebliche Alters- oder Familienvorsorge.

 

Immobilienaffinität ist wichtiger als der Studiengang

 

Ein weiterer essenzieller Punkt: Immobilienunternehmen müssen ihre Einstellungskriterien hinterfragen und sich auch Quereinsteigern gegenüber öffnen, um die vakanten Stellen zu besetzen. Letztlich ist der Studiengang weit weniger entscheidend als die Erfahrung mit und die Affinität zu Immobilien. Ein Werkstudentenjob oder ein Praktikum bei einem Projektentwickler kann dafür ausschlaggebend sein, dass ein Absolvent eines fachfremden Studienganges ebenso gut für eine freie Stelle in der Immobilienbranche geeignet ist.

Natürlich müssen dafür die Soft-Skills stimmen. Je weiter sich die Immobilienbranche vernetzt, desto wichtiger werden Teamplayer – und je mehr Leistungsansätze für den Kunden entwickelt werden, umso gefragter sind Kommunikations- und Präsentationstalente. Die wichtigste Fähigkeit, die junge Talente für einen erfolgreichen Start in der Immobilienbranche benötigen, ist jedoch das unternehmerische Denken. Wer nicht nur die täglichen Aufgaben auf seinem eigenen Schreibtisch im Blick hat, sondern auf das große Ganze achtet und sich selbst bei neuen Themen einbringt, ist klar im Vorteil. Es gilt die Devise: Lieber mal über das Ziel hinausschießen, als sich gar nicht erst trauen.

 

Mit einem Klick aufs nächste Bild kommen Sie zu Monika Ulmers Artikel!

 

Unternehmen wünschen sich praktische Erfahrung von Absolventen

 

Monika Ulmer

Inhaberin, MONIKA ULMER Real Estate Recruitment

 

Die meisten Unternehmen in der Immobilienwirtschaft haben sich inzwischen auf den Bewerbermarkt eingestellt und bieten den Absolventen neben einem gestiegenen Gehalt attraktive Zusatzanreize, wie zum Beispiel flexible Arbeitszeitmodelle, Home-Office, Weiterbildungen und Sabbaticals.

Was wünschen sich – umgekehrt betrachtet – die Unternehmen von Absolventen? Als Personalberaterin weiß ich, dass praktische Erfahrungen ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen steht.

 

Praktikumserfahrung hilft, das richtige Segment für den Einstieg zu finden

 

Praktikumserfahrung während des Studiums hat tatsächlich viele Vorteile - sowohl für Unternehmen als auch für Absolventen. Beispielsweise sind viele Studierende, mit denen ich beim CareerDay spreche, unsicher, welches Segment das Richtige für sie ist. Praktika während des Studiums können helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und eine passende Start-Position zu finden. Der Absolvent kann wenigstens drei Jahre im ersten Job bleiben; das bedeutet für ihn eine bessere Werdegang-Qualität und für das Unternehmen lohnt sich die aufwändige Einarbeitung.

 

Drei Personalentscheidern in der Immobilienwirtschaft habe ich die Frage vorgelegt, was auf ihrer Wunschliste ganz oben steht:

 

Für Sandra Scholz, Vorstandsmitglied der Commerz Real AG, ist der Abschluss „nur ein Baustein des Anforderungsprofils“. Zusätzlich zu den Fachpraktika sind für sie Erfahrungen wichtig, die außerhalb von Schule und Studium gemacht wurden. „Soziale und interkulturelle Kompetenz“ lässt sich nicht aus Büchern erlernen, sondern wird „beispielsweise bei Auslandsaufenthalten oder sozialen Engagements“ erworben und „ist uns mindestens ebenso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger als ein guter Abschluss“.

„Erste praktische Erfahrungen“ wünscht sich auch Sabrina Lengenfelder, Senior Associate Manager im Human Resources Management von Corpus Sireo in Köln. „Diese erleichtern sowohl die Einarbeitung als auch das selbstständige Handeln der Mitarbeitenden.“ Verschiedene Praktika während des Studiums würden Absolventen außerdem helfen, „sich gut auf verändernde Anforderungen im Job vorzubereiten und flexibel für wechselnde Aufgaben zu sein.“

 

Wer nach hohen Gehältern strebt, sollte bescheiden anfangen

 

Fast schon eine Notwendigkeit sind praktische Erfahrungen für Michael Guggenberger, Leiter Fonds und Asset Management Immobilien Europa bei der BVT Holding in München: „Die praktische Ausbildung sollte aus meiner Sicht verstärkt werden“. Für ihn ist wichtig, dass seine Mitarbeiter praktische Kenntnisse in den Grundlagen der Immobilienbewirtschaftung haben, bevor sie nach höheren Aufgaben streben. Und manchem Absolventen fehle nicht nur im fachlichen Sinn die „Bodenhaftung“. Da werden „hohe Gehälter und Home-Office“ aufgerufen, allein aufgrund theoretischer Erfolge im Studium.

Mit dieser Haltung ist Michael Guggenberger nicht allein. Auch ich höre von den Unternehmensvertretern zunehmend den Wunsch nach mehr Bescheidenheit auf Seiten der Berufsanfänger: Geben und Nehmen sollten sich die Waage halten.
Ein abschließender Tipp aus Sicht der Personalberaterin: „Verdient wird später“ – nachdem der Absolvent diejenigen Eigenschaften nachgewiesen hat, die einen guten Mitarbeiter ausmachen.

 

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