Europakarte © shutterstock.com/GarryKillian

Berlin bleibt Europas Nr. 1

Monika Leykam
Monika Leykam
Fachredakteurin der Immobilien Zeitung
Immobilien Zeitung Logo

Berlin ist der attraktivste Investitionsstandort Europas 2018, gefolgt von Kopenhagen, Frankfurt, München, Madrid und Hamburg. Das sagen zumindest die 800 europäischen Immobilienprofis, die von Urban Land Institute und PwC nach ihren Investmentpräferenzen befragt worden sind.

 

London fehlt in den Top Ten, die britischen Inseln werden hier von Dublin vertreten (Platz 7). Die Geschäftsaussichten für die englische Hauptstadt sehen die Immobilienprofis derzeit denkbar schlecht – London hält Platz 27 und befindet sich damit im Umfeld der B-Standorte Edinburgh und Rom. 80 Prozent der Befragten rechnen für 2018 mit einem Rückgang bei Preisen und Transaktionen. Britische Marktteilnehmer äußern sich frustriert darüber, dass in den Brexit-Verhandlungen so wenig Fortschritt erzielt wird. Das erschwere allen Beteiligten in der Wirtschaft, Entscheidungen zu treffen. Solche Szenarien, hieß es in den Befragungen, förderten eine Rezession.

Bei den Städten gibt es wenig Überraschungen, bei den Sektoren schon

Abgefragt wurden außerdem die vielversprechendsten Sektoren für 2018. Hier steht Logistik auf Platz eins. Dahinter wird es spannend: Einstige Nischenthemen wie Hotels, Studentenwohnen, Seniorenwohnen, Bauträgergeschäft und die Entwicklung von Sozialwohnungen erhielten von den Profis überwiegend bessere Punkte als die einstigen „Klassiker“ Fachmarkt- und Shoppingcenter sowie Büros. Einzige Ausnahme waren Bürokonzepte, die auf Services (z.B. Regus) und der gemeinschaftlichen Nutzung von Flächen (Coworking) beruhen.

Am härtesten trifft es die Shoppingcenter auf der grünen Wiese. Die liegen bei den Befragten auf dem letzten Platz, noch hinter Gewerbeparks und Büros in der Peripherie großer Städte. Aber auch die City-Shoppingcenter stehen nicht wirklich gut da. Die meisten Zustimmungswerte erhalten die innerstädtischen 1a-Lagen – sie schaffen Zustimmungswerte im Umfeld von Parkhäusern und Sozialwohnungen. Nicht, dass die Immobilienprofis durch die Bank mit dem Klassensieger Logistik nur glücklich wären: Hier stören die hohen Kaufpreise und die Ungewissheiten hinsichtlich der nachhaltig gefragten Größen und Lagen. Stadtnahe, kleinere Verteilzentren haben derzeit die Nase vorn.

Optimismus überwiegt weiterhin

In der europäischen Immobilienwirtschaft überwiegt mit Blick aufs kommende Jahr weiterhin der Optimismus. Überall – mit Ausnahme von London – wird mit einer steigenden Nutzernachfrage gerechnet. Bedenken gibt es vermehrt hinsichtlich der Entwicklungen im Rest der Welt, also im Nahen Osten, den USA unter Trump oder Nordkorea. Immerhin 56 Prozent der Befragten gaben zudem an, der Mangel an bezahlbarem Wohnraum bereite ihnen Sorgen.

Damit wird das Thema in der Branche als brisanter angesehen als Massenmigration und Klimawandel. Das macht vor allem den europäischen Mietwohnungssektor attraktiv, die Furcht der Institutionellen vor den Besonderheiten, die dieser Sektor bei der Hausverwaltung verlangt, nimmt ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Video mit Top-Expertenstimmen direkt auf der Messe

Das erste EXPO REAL Stimmungsbarometer – eine repräsentative Umfrage unter Messeteilnehmern

Schreiben Sie einen Kommentar