Die deutsche Bauindustrie boomt Die deutsche Bauindustrie boomt

2018 wird wieder ein Boomjahr für den Bau

Monika Hillemacher
Fachredakteurin Immobilien Zeitung
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Am deutschen Bau lief es schon lange nicht mehr so gut. Umsatzzuwächse zwischen 4% und 7%, mehr als zwei Millionen Menschen in Lohn und Brot. Dazu meist rappelvolle Auftragsbücher, ausgelastete Kapazitäten und Kunden, die deshalb Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

 

Großprojekte boomen, Privatinvestoren sind zurückhaltend

Die Branchenverbände sind sich einig: Das neue Jahr 2018 wird mindestens genauso gut wie das vergangene. Nominal rechnet der Hauptverband der Bauindustrie (HDB) für die großen Firmen mit 20 und mehr Mitarbeitern für 2017 mit einem Umsatzplus von 7%. Dass dem ifo-Konjunkturtest Dezember zufolge 86% der Bauunternehmen für die nächsten sechs Monate bessere oder gleichbleibende Geschäfte erwarten, unterstreicht die gute Laune. Besser soll der Wert zum Jahresende noch nie gewesen sein. Die in der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) verbündeten 385.000 kleinen und mittelgroßen Betriebe rechnen immerhin noch mit fast 4% Wachstum für 2017.

Die schwächere Zahl für die stärker handwerklich ausgelegten Kleinbetriebe ab einem Mitarbeiter aufwärts deutet auf einen gespaltenen Markt. Die Firmen werkeln vor allem im Bestand sowie im Ein- und Zweifamilienhausbau. Das Geschäft prägen private Eigentümer. Und die investieren eher bescheiden. Jedenfalls im Vergleich zu Projektentwicklern, bei denen die Großen dicke Neubauaufträge einsammeln.

Der Wohnungsneubau ist der am dynamischsten wachsende Sektor. Das wird angesichts der Nachfrage so bleiben. Zumal nach Einschätzung der Bauindustrie trotz des Baubooms 2017 weniger Einheiten fertig wurden als die von Politik und Verbänden für erforderlich gehaltenen 380.000 bis 400.000 .

 

Fachkräfte werden auch in der Baubranche gesucht                                    

Der Fachkräftemangel könnte jedoch zum Wachstumsbremser werden. Denn den Baufirmen gehen langsam die Mitarbeiter aus, die all die Aufträge erledigen sollen. Zwar planen die Betriebe Neueinstellungen, aber in weiten Teilen haben sie mit einem Engpass zu kämpfen.

Die Bauindustrie untermauert dies mit Zahlen. Jedes Jahr gehen rund 15.000 Kräfte in Rente, lediglich 10.000 bis 11.000 Auszubildende fangen neu an. Verschärfend kommt für kleinere Betriebe hinzu, dass es für sie im Unterschied zu größeren schwieriger ist, in Spitzenzeiten ausländische Subunternehmen einzubinden.

Große Firmen werden dagegen auf der Verliererseite stehen, wenn sie nicht rechtzeitig auf digitales Bauen und Planen (Building Information Modeling, BIM) umstellen. „Das ist eine enorme Herausforderung und zentral für Produktivitätssteigerung“, mahnt der HDB. In der Zusammenarbeit mit privaten Bauherren spielt BIM kaum eine Rolle. Dafür haben Ein- und Zweifamilienhauserrichter ein Generationenproblem: Nachfolger sind rar, das Aussterben droht.

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