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Warum Afrika auf der EXPO REAL?

Marianne Schulze
Freie Journalistin

Über die Potenziale eines Kontinents und seiner Immobilienmärkte

 

Schon zum zweiten Mal wurde auf der EXPO REAL ein großer Block im Investment Locations Forum dem Thema „Afrika südlich der Sahara“ gewidmet, und so mancher mag sich gefragt haben, was wohl der Grund dafür ist.

 

Ganz einfach: Afrika ist ein „rising continent“, wie es Ray Mahlaka, Immobilienjournalist bei Moneyweb in Johannesburg (Südafrika), ausdrückte. Aber, so möchte man hinzufügen: Viele haben es noch nicht gemerkt. Die EXPO REAL hat den Anspruch, Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, und so hat sie es auch übernommen, über die Potenziale dieses Kontinents und seiner Immobilienmärkte zu informieren.

Wirtschaftliches und demografisches Wachstum prägt die Subsahara-Region

So unterschiedlich die insgesamt 54 Länder sind, so zeichnet den Raum südlich der Sahara doch eines aus: Wachstum – wirtschaftlich und demografisch. Wobei beides zusammenhängt, wie Christian Hiller von Gaertringen, lange Jahre Afrikakorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Autor des Buches Afrika ist das neue Asien, in seiner Keynote auf der EXPO REAL hervorhob. Demografisch zeichnet sich Afrika vor allem durch eine junge Bevölkerung aus, die allein schon als Wachstumstreiber wirkt. Da die jungen Leute inzwischen zunehmend besser ausgebildet sind, entwickelt sich ein Mittelstand, der sehr konsumfreudig ist. Bezüglich des Wirtschaftswachstums räumte Hiller von Gaertringen mit einem Vorurteil auf: dass es die Rohstoffe sind, die für Afrikas Wirtschaft die entscheidende Rolle spielen. Generell geht er für 2016 von einem Wachstum von 3,7 Prozent aus. Rechne man die Erdöl exportierenden Länder heraus, so liege das durchschnittliche Wachstum bei 3,9 Prozent, wobei je nach Land die Spanne von einem Minuswachstum bis zu deutlich über 7,5 Prozent reiche.

Obwohl Immobilieninvestoren seit Jahren weltweit unterwegs sind und auf Lateinamerika, Indien und China schielen, taucht der afrikanische Kontinent nur bei einigen ganz wenigen auf dem Radar auf. Dabei bietet Afrika südlich der Sahara „eine Fülle von Chancen und Möglichkeiten“, wie Jos Tromp, Executive Director und Head of Research Continental Europe von CBRE (Amsterdam), auf der Messe betonte. „Aber viele international ausgerichtete Unternehmen haben nach wie vor Schwierigkeiten, Afrika genau zu verstehen“, fügte er hinzu.

Afrika als Teil des „weltweiten Immobilien-Universums”

Dieses Verständnis zu verbessern und den Austausch zwischen afrikanischen und bereits in Afrika aktiven europäischen Unternehmen zu fördern, ist ein erklärtes Ziel der EXPO REAL. Sicher ist Afrika kein einfaches Pflaster – es birgt manche Risiken, und wie in vielen anderen Weltgegenden auch braucht man verlässliche Partner. Aber, wie David Lashbrook, Head of Africa Real Estate bei Momentum Global Investment Management (London), sagt: „Wir müssen anerkennen, dass Afrika ein Teil des weltweiten Immobilien-Universums ist.“ Oder, wie es Akin Olawor, Principal Partner von Akin Olawore & Co in Lagos (Nigeria), ausdrückt: „Afrika mit all seinen Chancen und Möglichkeiten ist das nächste Ziel für Investments“. Vor allem für eher risikobereite Investoren, die entsprechende Renditen erwarten – die auf den etablierten europäischen Märkten inzwischen kaum mehr zu erzielen sind.

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