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Temporäres Wohnen: Daheim auf Durchreise

Jan Zimmermann
Jan Zimmermann
Redakteur für das mapolis Architekturmagazin

Wohnen auf Zeit füllt die Lücke zwischen dauerhaft fester Bleibe und einem Kurzaufenthalt im Hotel.

Grundsätzlich, sollte man meinen, gibt es zwei zeitliche Formen des Wohnens: die auf lange Zeit, mit festem Wohnsitz, und die auf kurze (zum Beispiel auf Reisen), in einem Hotel, einer Pension oder dergleichen. Was aber, wenn man weder lange genug an einem Ort bleiben wird, dass sich ein Um- und Einziehen samt Habe in eine feste Bleibe lohnt, noch kurz genug, dass der hohe Preis für ein Hotel noch vertretbar wäre? In solchen „Grenzfällen“ schafft temporäres Wohnen Abhilfe.

Beim Konzept des temporären bzw. möblierten Wohnens oder auch Wohnens auf Zeit werden voll ausgestattete Wohnungen für Zeitspannen zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten ge- bzw. vermietet. Das Mietverhältnis ist via Zeitmietvertrag geregelt und muss nach dessen Ablauf nicht extra gekündigt werden. Die Preise liegen im Vergleich zu unmöblierten Wohnungen um einiges höher, sind aber noch wesentlich günstiger als für die Unterbringung in Pension oder Hotel. Neben Lage und Größe ist die Ausstattung für den Preis ausschlaggebend.

Beliebtes „Fertigzuhause“

Die Zielgruppe für dieses Wohnkonzept ist groß und bunt. Neben Projektmitarbeitern und Probezeitabsolventen eignet es sich für Neuankömmlinge, die noch nicht die geeignete Wohnung gefunden haben. Große Unternehmen mieten möblierte Apartments für ihre Mitarbeiter. Und auch, wer aufgrund ständiger beruflicher Wanderschaft nirgends so richtig zu Hause ist, leistet sich, wenn möglich, gerne eine Art „Fertigzuhause“ auf Zeit. Darüber hinaus dient temporäres Wohnen auch als „Notlösung“, zum Beispiel für Opfer eines Wohnungsbrandes oder Menschen in Trennungssituationen.

Höhere Rendite für Vermieter

Vermieter können für eine möblierte Wohnung sehr viel höhere Mieten verlangen, die übrigens weder Mietspiegeln noch Mietpreisbremsen unterliegen. Natürlich sollte zunächst in eine möglichst langlebige Einrichtung investiert werden. Bei einer der Ausstattung angemessenen Höhe des Mietpreises amortisiert sich die Investition innerhalb weniger Jahre. Wichtig ist nur, dass man auch den Geschmack der Kunden trifft. Die starke Fluktuation der Mieter führt zwar zu mehr Arbeit durch häufige Übergaben etc., bietet aber auch die Möglichkeit, den Mietpreis bei Bedarf in kurzen Zeitabständen immer wieder anzupassen.

Insgesamt stellen die hochpreisigen, individuellen Fertiglösungen für den „Homo mobilis“ ein durchaus lukratives Geschäft für Vermieter dar. Hochgradig mobile und günstige soziale Lösungen für die Unterbringung größerer Gruppen bietet hingegen das „modulare Wohnen“ – dazu mehr in unserem Blogpost Modulares Wohnen: Schnelle Lösung für mehr Wohnraum.

 

Temporäres Wohnen ist die Antwort auf die zunehmend (vor allem beruflich) geforderte Mobilität. Anders als bei einem Hotel oder einer Pension, geht es hier um eine Art „echtes“ Zuhause auf Zeit. Weiterer Vorteil: Selbst Wohnungen in begehrter Lage werden in kurzen Rhythmen immer wieder frei.

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