Foto: ALGECO/Freier Architekt BDA Jens J. Ternes, Koblenz

Modulares Wohnen: Schnelle Lösung für mehr Wohnraum

Jan Zimmermann
Jan Zimmermann
Redakteur für das mapolis Architekturmagazin

Migration und der grundsätzliche Bedarf an bezahlbarem Wohnraum stellen die Kommunen vor städtebauliche Herausforderungen. Adäquate Lösungen finden sich oftmals in modularer Form.

 

Der starke Zuwachs an neuen Menschen in Deutschland in 2015/2016 überforderte die Kommunen schnell und ließ sie händeringend nach würdevollen und integrierten Lösungen für die Unterbringung suchen. Dabei ging und geht es noch immer nicht nur darum, Provisorien zu schaffen, sondern auch um nachhaltige, mittel- und längerfristige Wohnperspektiven. Eine flexible Lösung bieten Unterkünfte in modularer Bauweise.

Vielseitig und effizient

Wohnmodule, etwa in Containerbauweise, sind zu einem hohen Grad vorgefertigt und können in großen Stückzahlen schnell, kostengünstig und umweltschonend industriell hergestellt werden. Wohncontainer sind äußerst mobil und lassen sich je nach Bedarf leicht zu größeren Häusern kombinieren, solchen hinzufügen und wieder von ihnen entfernen und andernorts neu verwenden. Dabei steht die Qualität der Wohnmodule Gebäuden anderer Bauweisen in nichts nach.

Dass Modulsysteme mit all ihren Vorteilen nicht nur für die Unterbringung von Flüchtlingen gefragt sind, zeigt das Portfolio der Firma ALGECO, die 2016 erstmals auf der EXPO REAL vertreten war. „Wir verkaufen und vermieten zum Beispiel modulare Raumlösungen für Kindergärten und Schulen, (sozialen) Wohnungsbau, Büro- und Verwaltungsgebäude, Events und Messen oder Shops“, erklärt Harald Suhrcke, Director Marketing & Innovationcenter bei ALGECO.

Vorzeigeprojekt „Cubity“

Ein besonders spannendes Modulbauprojekt startete letztes Jahr in Frankfurt am Main unter dem Namen „Cubity“: ein experimentelles Wohnheim für zwölf Studenten und studierende Geflüchtete. Verwirklicht wurde es von der seit Jahren regelmäßig auf der EXPO REAL vertretenen NH ProjektStadt. Das von der TU Darmstadt entwickelte, 16 mal 16 Meter große AktivPlus-Gebäude mit Polycarbonatfassade war 2014 für den Solar Decathlon in Versailles errichtet worden. Dank seiner modularen Konstruktion konnte es dort komplett ab- und in Frankfurt wiederaufgebaut werden.

Im Innern des Holzbaus befinden sich auf zwei Ebenen 7,2 Quadratmeter große Kuben als individuelle Rückzugsorte samt Möbeln und Nasszelle. Sie sind um einen Gemeinschaftsbereich mit Küche herum platziert. So schrumpft das Experiment den Privatraum auf ein Minimum und rückt den sozialen Raum in den Vordergrund: ein geselliges Leben, das für Studenten ein, zwei Semester lang sicherlich reizvoll sein kann.

Für Berufstätige, die ein „richtiges Zuhause“ für einen ähnlich kurzen Zeitraum suchen, wäre jedoch vermutlich das Konzept des „temporären Wohnens“ eine attraktivere Variante – mehr dazu bald hier im Blog.

 

Mehr zu Modulbaulösungen von ALGECO

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Weitere Infos zu „Cubity“

Weitere Infos zu AktivPlus

Mit dem Begriff „Modulbauweise“ wird zumeist eine Container- bzw. Raumzellenbauweise assoziiert, bei der (bisweilen voll ausgestattete) vorgefertigte Raumeinheiten kombiniert und zu größeren Häusern zusammengesetzt werden. Allgemeiner handelt es sich um Bauweisen, bei denen Gebäude in einzelnen Segmenten (Modulen) unter fabrikähnlichen Bedingungen hergestellt und anschließend am Bauort nach dem Baukastenprinzip montiert werden.

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