(v.l.n.r) Peter Willborn STRABAG, Jutta Speidel HORIZONT e.V., Mathias Düsterdick GERCHGROUP, Dr. Lars Kölling Rotthege Wassermann. © Thomas Plettenberg Photography (v.l.n.r) Peter Willborn STRABAG, Jutta Speidel HORIZONT e.V., Mathias Düsterdick GERCHGROUP, Dr. Lars Kölling Rotthege Wassermann. © Thomas Plettenberg Photography

Laufen und Gutes tun beim EXPOLAUF: Drei Fragen an Jutta Speidel

Beim 6. EXPOLAUF am 3.10.2016 treffen sich Laufbegeisterte aus der ganzen Immobilienbranche, um gemeinsam die Strecke durch den Münchner Westpark zu bewältigen. Der Erlös der Sponsorengelder kommt dem Verein HORIZONT e.V. zugute. Wir haben mit Jutta Speidel, Gründerin des Vereins, gesprochen:

 

Frau Speidel, welcher Gedanke steht hinter dem Verein HORIZONT e.V.? Welchen persönlichen Bezug haben Sie zum Verein?

Hinter dem Projekt steht meine Entschlossenheit, einen bestehenden Zustand – nämlich die Obdachlosigkeit von Kindern und ihren Müttern mitten in München – so nicht zu akzeptieren. Mit HORIZONT habe ich eine Initiative geschaffen, die diese Kinder und Frauen von der Straße holt. Die meisten von ihnen haben Schlimmes erlebt, sind traumatisiert und haben kein Selbstwertgefühl. Es geht darum, diesen Menschen einen Platz zu geben, an dem sie zur Ruhe kommen und durchatmen können. Und darum, sie wieder aufzubauen, ihnen Perspektiven zu geben. HORIZONT steht also für den Lichtblick, den ich mit meiner Arbeit den verzweifelten Kindern und Frauen aufzeigen kann. Und der uns immer wieder antreibt, gemeinsam alles zu geben, damit die Kinder und ihre Mütter irgendwann wieder auf eigenen Beinen stehen.

Ich habe HORIZONT gegründet, nachdem ich bei meiner Arbeit zufällig in einer Münchner Obdachlosenunterkunft mit dort untergebrachten Kindern zusammengetroffen bin. Das war für mich ein ganz schockierendes und einschneidendes Erlebnis. Das ist jetzt mittlerweile 20 Jahre her. Wir haben seither viel gekämpft und vieles erreicht, aber darauf wollen wir uns nicht ausruhen. Jetzt zum Beispiel bauen wir gerade ein zweites HORIZONT-Haus. Nach wie vor bin ich ja als erste Vorsitzende ganz aktiv, entwickle die Visionen und treibe neue Projekte gemeinsam mit meinem Team voran.

 

2015 gaben Sie bereits zum dritten Mal in Folge den Startschuss zum EXPOLAUF und konnten sich über den Erlös in Höhe von 6.000 € für HORIZONT e.V. freuen. Wie kam es zu dieser langjährigen treuen Partnerschaft mit EXPOLAUF?

Der EXPOLAUF ist ja eine ganz tolle Sache. Da verabreden sich Menschen nach einem anstrengenden Messetag, um noch ihre letzte Kraft für den guten Zweck zu geben. Das vereint uns schon, auch wir geben unsere ganzen Reserven gerne für unser Ziel. Natürlich sind wir bei unserer Arbeit sehr auf die Zusammenarbeit mit Partnern angewiesen. Aber wir sind in keinem Dachverband, wie viele größere Hilfsorganisationen. Da freut es uns natürlich, wenn jemand bei so einer Aktion auf uns aufmerksam wird und sich entschließt, uns zu unterstützen. Und wenn sich daraus so eine schöne und langjährige Partnerschaft entwickelt, ist das für unsere Arbeit ein wichtiges Zeichen.

 

Dieses Jahr sind wieder viele begeisterte Läufer am Start, um Gutes zu tun. Wissen Sie bereits, welches Projekt Sie bei HORIZONT e.V. mit den „erlaufenen“ Sponsorengeldern unterstützen werden?

Dieses Jahr sollen die Spendengelder in zwei Projekte fließen: Der eine Brennpunkt ist die Erneuerung der Einrichtung in unseren 24 Wohnungen. Die sind zwar voll ausgestattet, aber mittlerweile zum Teil doch nicht mehr ganz so funktionsfähig. An zusätzlichem Stauraum fehlt es außerdem. Der zweite wichtige Part ist und bleibt das kunsttherapeutische Angebot für unsere großen und kleinen Bewohner und Bewohnerinnen. Die Kunsttherapie ist bei uns ja ein großes Thema, weil sie dabei hilft, traumatische Erlebnisse auszudrücken und gemeinsam mit der Therapeutin vor Ort zu verarbeiten. Mit den Spendengeldern können wir unsere Therapieräume und Werkstätten mit dringend benötigtem Material ausstatten.

 

Bereits online:

EXPOLAUF und EXPOBIKE – Die sportliche Seite der EXPO REAL

Radfahren für einen guten Zweck: Vier Fragen an Thomas Meyer zur EXPOBIKE

 

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