Urban Age © Catarina Heeckt, Urban Age/LSE Cities

Intelligent Urbanization: Bericht von der Urban Age-Konferenz 2016

Isabella Bayer
Isabella Bayer
Projektreferentin EXPO REAL

Bis zum Jahr 2050 wird über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Wie werden diese Städte aussehen? Wer und welche Entwicklungen prägen diese Städte? Wie werden die zentralen Herausforderungen des urbanen Zeitalters – soziale Ungleichheit, Klimawandel, urbanes Wachstum und Governance – von städtischen Bewohnern empfunden?

Im Kontext der Urban Age-Konferenz, die von LSE Cities, UN Habitat III und der Alfred Herrhausen Gesellschaft im Rahmen der 15. Architekturbiennale in Venedig präsentiert wurde, diskutierten vom 14.–15.7.2016 über 40 Experten aus 25 Ländern aus Politik, Architektur und Stadtplanung. In inspirierenden Diskussionsrunden und interessanten Vorträgen über stadtplanerische Ansätze zwischen Erweiterung und Verdichtung wurde über die Rolle von Architektur im Urbanisierungsprozess sowie die Rolle der Stadt an sich als wichtiges Tool sozialer Veränderung gesprochen.

Alejandro Aravena, Biennale-Direktor und Pritzker-Preisträger 2016, sieht Städte als „Abkürzungen zur Gleichstellung“, die als solche große Chancen für architektonische Konzepte bieten.

Neben Aravena befanden sich unter den Referenten weitere Biennale-Akteure wie Architekt Kunlé Adeyemi und Harvard-Professor und Architekt Rahul Mehrotra. Die Soziologen Saskia Sassen und Richard Sennett setzten sich mit den sozialen Aspekten von Urbanisierung auseinander. Richard Sennett (LSE und NYU) skizzierte die drei Grundprinzipien einer „Open City“-Stadtplanung, die das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten, ethnischen Gruppen und politischen Präferenzen fokussiert: „Durchlässige Grenzen anstelle von Begrenzungen, gemischte Nutzungsmöglichkeiten, die eher synchron als sequenziell sind, und eine gewollte Unvollständigkeit in der Städteplanung.“

Entscheider aus der Politik stellten ihre Ansichten zu den Themen Governance und Verwaltung vor. Unter anderem präsentierte Jean-Louis Missika, Vize-Bürgermeister von Paris, im Rahmen der Reihe „Who owns the city“ das „Reinventing Paris“-Projekt. Enrique Penalosa, Bürgermeister von Bogotá, sprach sich für ein Umdenken im Bereich Mobilität aus: „Geschützte Fahrradwege in jeder Straße sind kein nettes architektonisches Merkmal, sondern ein Recht – es sei denn, wir glauben, dass nur motorisierte Verkehrsteilnehmer ein Recht auf sichere Mobilität haben.”

Auch im INTELLIGENT URBANIZATION FORUM in der Halle A1 auf der EXPO REAL 2016 wird es um Themen der urbanen Zukunft gehen – mit richtungsweisenden Ausstellungskonzepten von Barcelona Campus Diagonal-Bèsos und Berlin TXL Urban Tech Republic sowie interessanten Veranstaltungen im Rahmen des Konferenzprogramms.

 

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