Der Einzelhandel muss offline und online überzeugen

Ulrich Schüppler
Fachredakteur Immobilien Zeitung

Die Rahmenbedingungen für ein Investment in deutsche Einzelhandelsimmobilien sind weiterhin gut, wenn auch nicht überragend. Das ist das zentrale Fazit des Marktforschungsinstituts GfK für das Frühjahrsgutachten des Rats der Immobilienweisen 2017.

Fürs laufende Jahr erwarten die GfK-Forscher eine nominale Umsatzsteigerung von 1,6% für den gesamten Einzelhandel (inklusive Versand) bzw. 1% für den stationären Handel. Die gesamte Verkaufsfläche in Deutschland stieg laut GfK-Berechnungen 2016 nur um 0,3% auf 118,6 Mio. m² und schaffte es damit knapp über die Nulllinie. Im Zeitraum zwischen 2007 bis 2011 hingegen lagen die Zuwachsraten, abgesehen vom Jahr der Finanzkrise 2009, noch regelmäßig um die 1% im Jahr. Zwar ist die Flächennachfrage insbesondere seitens der Drogerie-, Möbel- und Baumärkte weiterhin gegeben, auch die Lebensmittelketten bauen ihre Filialnetze weiter aus. Es kommen jedoch, bedingt durch den Mangel an geeigneten Flächen, weniger großflächige Handelsimmobilien neu auf den Markt.

Berlin bleibt dynamisch

Berlin bleibt unter den deutschen Topstädten einer der dynamischsten Standorte und profitiert sowohl von einer steigenden Einwohnerzahl als auch vom wachsenden Tourismus. So legte der Einzelhandelsumsatz in der Hauptstadt vergangenes Jahr nominal um 3,1% zu, gegenüber nur 0,8% im Bundesdurchschnitt. Größere Neubauprojekte von Einkaufszentren eröffnen in Berlin zwar erst wieder 2018, parallel stehen aber einige Revitalisierungen und Erweiterungen an. Die GfK erwartet, dass sich mittelfristig der Wettbewerb zwischen den Centern in der Hauptstadt stark zunehmen wird, was den Druck auf ältere Centerlagen erhöhen dürfte.

Spitzenreiter München: bis zu 370 Euro pro Quadratmeter

Bei der Ladenmiete und den Kaufpreisen blieb Berlin zuletzt nur knapp hinter dem Spitzenreiter München. Die Topmiete für einen Quadratmeter Ladenfläche in der Hauptstadt lag Ende 2016 bei 350 Euro (München: 370 Euro), die Nettoanfangsrendite ging auf 3,4% zurück (München: 3,1%). Lediglich in der Hauptstadt sehen die GfK-Forscher für die Spitzenmieten noch Spielraum nach oben. Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt dürften hingegen auf ihrem hohen Niveau verharren, in Köln und Stuttgart erwarten die Konsumspezialisten leicht rückläufige Tendenzen.

Online und Offline müssen Hand in Hand gehen

Der E-Commerce wächst zwar weiter, die Zukunft gehört laut GfK jedoch den Händlern, die online wie offline erfolgreich sind und die gestiegenen Anforderungen der Konsumenten auf allen Kanälen bedienen können. Neben Auswahl und Preis achten die Kunden dabei zunehmend auf Funktionalität und Erlebnisqualität. Während der Versorgungseinkauf vor allem schnell und zügig von statten gehen soll, erwarten die Konsumenten in anderen Einzelhandelsformaten vor allem eine Umgebung, die zum Verweilen animiert. Davon profitiert unter anderem das Gastronomiesegment.

 

GRAND PLAZA: der Einzelhandel auf der EXPO REAL

2016 feierte auf der EXPO REAL eine eigene Networking-Area für den Handel und seine Partner Premiere.
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