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Buzzword oder Start einer Bewegung? – „PropTech“ ist in aller Munde

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Jonas Haberkorn
Gründer von Gewerbe-Quadrat

Die Immobilienbranche hat ein neues Buzzword – PropTech. Und das ist gut so: In einem dynamischen Umfeld sorgen Buzzwords dafür, dass die Marktteilnehmer sich mit Themen auseinandersetzen.

Die wichtigen Fragen in unserer Branche lauten derzeit: Hat die Welle der Digitalisierung nun auch die Immobilienbranche erfasst? Ist die Branche für das digitale Zeitalter gewappnet? Wird sich die Immobilienbranche von innen verändern – oder von äußeren Faktoren geändert werden?

Was ist eigentlich dieses „PropTech“?

An der Speerspitze der Bewegung stehen PropTech-Startups. Seit dem Jahr 2014 ist eine rasante Entwicklung bei der Gründung von PropTech-Unternehmen in der Immobilienbranche zu verzeichnen. Aber was ist eigentlich dieses „PropTech“?

Es handelt sich um „Property Technology“-Unternehmen, die durch technologische Entwicklungen (Teil-) Prozesse oder Geschäftsmodelle optimieren sowie neue Geschäftsmodelle etablieren. Die Mehrheit der heutigen PropTech-Geschäftsmodelle in Deutschland zielt in erster Linie auf Preis- und Transparenzvorteile für den Markt der Wohnungsvermittlung ab. Doch PropTech symbolisiert mehr. PropTech ist eine Bewegung, die einen Perspektivwechsel in Form der Nutzerzentrierung vorlebt und damit weit über den Einsatz von (Informations-) Technologie hinausgeht.

Die grundlegende Frage ist, wie man sich als etabliertes Unternehmen dieser rasanten Entwicklung nähert und diese für sich nutzt. Wenn die Wellen brechen, soll eine Person – der vielfach zitierte Chief Technology Officer (CTO) – eine Vision haben, die Mannschaft führen und gleichzeitig das Schiff steuern? Viel Glück! Mit einem CTO plus einer isolierten IT-Abteilung wird die digitale Transformation nicht machbar sein.

Willkommen in der Zukunft!

Social Media, Mobile und Cloud Computing sind in anderen Branchen bereits Standard. Und auch unsere Branche muss das Thema ernst nehmen. Für den Schritt in das digitale Zeitalter braucht es neue Impulse, Innovationsfreude und Mut zu unternehmerischem Risiko. Zudem sind Kommunikation und Kooperation das Fundament für Innovationen und der Treiber von Kreativität.

Letztlich bieten die komplexen Prozesse rund um eine Immobilie und deren Anlagewert großes Potential für die Effizienzsteigerung und Automatisierung. Der technologische Fortschritt schreitet exponentiell voran, die Verfügbarkeit hoher Rechenleistung steigt, in immer kürzeren Zeitabständen kommen neue Technologien auf den Markt. Die aufstrebende Generation, aufgewachsen in Zeiten eines rasanten Wandels und zunehmend von digitalen Technologien abhängig, stellt neue Anforderungen an etablierte Unternehmen.

Es wird mit Spannung zu beobachten sein, ob die Akteure der Immobilienwirtschaft innovationsoffen sind, eine Digitalstrategie entwickeln und damit verbundene Investitionsrisiken in Kauf nehmen. Der Wandel von einer Anlage-intensiven zu einer Informations-intensiven Branche findet bereits heute statt.

Die wahre Revolution hat noch nicht einmal begonnen.

Im Überblick: PropTech- Startups

  • In Deutschland existieren derzeit rund 110 PropTech-Startups.
  • Die Startups lassen sich in die Kategorien Immobilienvermittlung, Temporäre Vermietung, Maklervermittlung, 3D/VR/AR, Immobilien Crowdfunding, Smart Building (IoT) und Weitere Dienstleistungen unterteilen.
  • PropTech-Startups sammelten im ersten Halbjahr 2016 weltweit die Rekordsumme von 1,82 Milliarden Dollar ein.

 Quelle: www.gewerbe-quadrat.de

Auch auf der EXPO REAL wird das Thema „Digitalisierung in der Immobilienbranche“ aufgegriffen werden – weitere Beiträge dazu finden Sie in Kürze hier!

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