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Brexit – ein Glücksfall für BIM?

Eva Konrad
freie Architektin und Fachjournalistin für Architektur

Die Briten bauen effizienter als alle anderen

 

Bauprojekte planbarer, effektiver und kostengünstiger zu realisieren und später zu betreiben, das ist das Ziel des Building Information Modeling (BIM). Das wichtigste Werkzeug ist ein dreidimensionales Gebäudemodell, das alle Beteiligten interdisziplinär bearbeiten und weiter entwickeln. Als Vorreiter im europäischen Raum gilt seit Jahren Großbritannien. Nach dem Brexit-Referendum wurde schnell deutlich, dass es britische Baufirmen und Planungsbüros schwerer haben werden, Verträge für europäische Bauvorhaben abzuschließen. Der Vorsprung bei BIM wird damit umso bedeutsamer.

Britische Regierung bringt die Branche in Bewegung

2011 formulierte die britische „Government Construction Strategy 2011“ das Ziel, dass ab 2016 öffentliche Hochbauten unter Verwendung von BIM geplant und errichtet werden sollen. 2015 folgte der „Level 3 Building Information Modeling-Strategic Plan“ zur Implementierung der dritten BIM-Entwicklungsstufe. Ab Januar 2016 machte ein Gesetz zwei von drei BIM-Entwicklungsstufen zur unumgänglichen Pflicht. Da hatten viele andere Länder in Europa noch nicht einmal Entwicklungsstufe 1 erreicht. Die Briten haben sich hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal und Chancen auf den europäischen Märkten erarbeitet.

BIM als Antwort auf den Brexit

Mit Blick auf den Brexit ist es nur logisch, dass die Briten BIM weiter vorantreiben. Die Expertise wird wertvoller denn je, um sich eine gefestigte Position im europäischen Bausektor zu sichern. Kommt die BIM Entwicklungsstufe 3 in Großbritannien, wird die Arbeitsmethode in ganz Europa einen Aufschwung erleben. Dann wäre der Brexit für BIM sogar ein Glücksfall.

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